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Berlinale '26 - The Red Hangar (Hangar rojo)

Berlinale '26 - The Red Hangar (Hangar rojo)

Inspiriert von wahren Begebenheiten zeigt The Red Hangar uns den Militärputsch in Chile 1973 nahe an einer Person im Fokus, die während des Regierungssturzes mit sich selbst und ihrer Rolle darin hadert. Der in Schwarzweiß gedrehte Film von Juan Pablo Sallato über Captain Jorge Silva zählt für uns zu den besten Beiträgen der Berlinale 2026.

Originalbild: Hangar rojo © Villano (2026)

Wir verraten in dieser Rezension allgemeingehalten und ohne zu viele Details aus Aspekte des späteren Handlungsverlaufs, der auf wahren Geschehnissen zeitnaher Gegenwart beruht.


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Unsere Filmkritik zu The Red Hangar als Kurztext zusammengefasst:

The Red Hangar (Hangar rojo) beginnt ohne Vorrede in Santiago de Chile am 11. September 1973: Schwarzweißbilder nahe an einem chilenischen Luftwaffe-Kapitän gefilmt, der im Strudel des Putsches gegen Allende entscheiden muss, ob er sich dem neuen Regime unter Pinochet unterordnet oder dagegenstellt und damit sein eigenes Leben riskiert.

Die Kamera folgt ihm oft wie in einer Verfolgeransicht, der Blick bleibt eng, der Rand verschwimmt in Unschärfe – ein visuelles Mittel, das das Gefühl von Kontrollverlust, Orientierungslosigkeit, Unklarheit und Chaos erstaunlich genau übersetzt. Ohne lange Exposition entsteht Spannung fast wie im Kammerspiel: Telefonate, Loyalitätsdruck, das langsame Erkennen, wer da gerade die Macht übernimmt, und die schrittweise Verwandlung einer Luftwaffenakademie in ein Verhör- und Folterzentrum, das näher an den Protagonisten heranrückt, bis die Gräuel auch zur persönlichen Bedrohung werden.

Eine förmliche, zunehmend belastete Beziehung zu einem jüngeren Kadetten schärft dabei das moralische Gewicht, ohne dass der Film in Erklärdialoge ausweicht; vieles spielt sich im Gesicht des Hauptdarstellers ab, der den inneren Konflikt so präzise trägt, dass es stellenweise dokumentarisch wirkt. Im letzten Drittel verliert der Film etwas an Fahrt, weil die Richtung der Entscheidung früh angelegt ist und der Fokus stärker ins Private abbiegt, doch als konzentrierte Erlebnisform eines historischen Kipppunkts bleibt The Red Hangar eigenständig und sehenswert.

Autor: Daniel Pook



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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook mit dem Kaffeemann auf der Berlinale in Berlin aufgenommen.

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