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Berlinale '26 - Truly Naked (Vater & Sohn drehen Pornos)

Berlinale '26 - Truly Naked (Vater & Sohn drehen Pornos)

Muriel d'Ansembourgs Debütfilm Truly Naked hat uns auf der Berlinale 2026 in jeder Hinsicht begeistert. Vielschichtig und authentisch behandelt das Werk sensible Themen - ein Heranwachsender arbeitet als Assistent und Kameramann für seinen Vater, der Amateurpornos produziert. Gleichzeitig entdeckt der Junge seine erste wahre Liebe, was in ihm zunehmend Konflikte auslöst. Ein exzellenter Film mit perfekter Balance aus realem Look und verdichteter, effektiv aufgebauter Handlung.

Filmbild “Truly Naked” © Myrthe Mosterman (DoP, 2026)

Wir erzählen in dieser Rezension allgemeingehalten und ohne zu viele Details auch Aspekte des späteren Handlungsverlaufs, verraten aber nie zu viel, um damit unerwartetes zu spoilern.


Links & Videos zur Filmkritik



Unsere Filmkritik zu „Truly Naked“ als Text zusammengefasst:

Truly Naked ist ein herausragender Debütfilm der Berlinale 2026, welcher die komplexe Beziehung zwischen einem jungen Mann und seinem Vater, einem Amateur-Pornodarsteller, beleuchtet. Der gleichzeitig aber auch ein Coming-of-Age-Movie über einen Jugendlichen ist, als der aus solch einem Umfeld heraus die erste große Liebe erlebt.

Regisseurin Muriel d'Ansembourg zeigt die Welt der Pornografie authentisch und unverfälscht, ohne dabei voyeuristisch zu wirken. Sie regt zum Nachdenken über die Auswirkungen von Onlinepornos auf Jugendliche an und stellt die Frage nach der Grenze zwischen selbstbestimmtem Opportunismus und Ausbeutung. Auch, weil der Protagonist hier als Sohn für seinen Vater als Kameramann und Assistent an den Hardcore-Erotikfilmen mitarbeitet.

Während der Junge, auch durch den Einfluss seiner ersten Freundin, seine Sicht auf Pornografie und die Branche hinterfragt, steht sein Vater zunehmend unter finanziellem Druck, immer noch extremere Wünsche seiner Online-Kunden zu bedienen. Der Film bietet einen kritischen Blick auf die Porno-Industrie, ohne die Menschen darin nur eindimensional abzustempeln und ist gleichzeitig das Erwachen eines jungen Mannes, der die ersten sexuellen Erfahrungen und die erste Liebe erlebt, wobei sein Verhalten dabei schon durch sein Umfeld problematisch vorgeprägt wurde.

Muriel d'Ansembourg gelingt herausragend, solch sensible Themen gefühlvoll, verständlich, erlebbar und von Anfang bis Ende spannend zu ergründen, dazu glaubwürdig real zu inszenieren. Außerdem, das sei zuletzt noch sehr gelobt, hat sie auch das perfekte Cast für Truly Naked gefunden, das mit herausragend echt wirkenden Performances zur hohen Immersion ihres Films beiträgt.

Autor: Daniel Pook



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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook mit dem Kaffeemann auf der Berlinale in Berlin aufgenommen.

Berlinale '26 - Good Luck, Have Fun, Don‘t Die

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