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Sorda: Der Klang der Welt - Solltet ihr nicht nur gesehen haben

Sorda: Der Klang der Welt - Solltet ihr nicht nur gesehen haben

Sorda: Der Klang der Welt hätte in Daniels Augen und Ohren eigentlich jene Aufmerksamkeit verdient, welche 2021 dem Sundance-Darling CODA zuteil wurde. Hier sehen wir nämlich nicht nur einen üblichen Festival-Film, der auch mit gehörlosen Menschen besetzt wurde, sich aber eigentlich mehr um eine normal hörende Person im Mittelpunkt dreht. Das sehr authentisch inszenierte Werk der spanischen Regisseurin Eva Libertad lässt uns das alltägliche Empfinden einer tauben Frau umringt von nicht-tauben Menschen eindringlich, lebensnah, aber nicht einseitig verklärt miterleben.

Originalbild: Sorda © Filmladen Filmverleih (2025)


Daniel verrät in dieser Filmkritik nur so wenig wie nötig von der Filmhandlung.


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Daniels Filmkritik zu Sorda als Kurztext zusammengefasst:


Angela ist taub, ihr Partner Héctor hörend und ein gemeinsames Kind ist unterwegs. Wird es ebenfalls gehörlos auf die Welt kommen? Sein Leben mehr wie die Mutter oder wie der Vater erleben? Sollte Angela ein neues Hörgerät ausprobieren, um den Anforderungen ans Mutter sein gerecht werden zu können. Oder wäre das nur eine Stigmatisierung, obwohl Angela der Aufgabe, so wie sie geboren wurde, schon total gerecht würde?

Aus dieser Konstellation entstehen Reibungen zwischen Fürsorge und Bevormundung, während der Begriff „Normalität“ im Film Sorda zunehmend nur Ansichtssache zu sein scheint. Obwohl das für die vermeintlich „Normalen“ im Geschehen schwer zu verstehen und akzeptieren ist. All das in der Realität eines Alltags mitzuerleben, mit der Sinneswahrnehmung wie sie die meisten Personen um Protagonistin Angela herum nicht teilen, erlaubt Sorda uns glaubhaft authentisch anmutend.

Der Film nutzt Ton und Stille im Kontrast zueinander als Erzählmittel, variiert Wahrnehmung (was Angela nicht hört, aber was sie interpretiert) und hält die Kamera nah an den Protagonist*innen, ohne in einen Dokuton abzurutschen. Im Gegensatz zu Coda, der eine gewohnte Coming-of-Age-Filmformel mit gehörlosen Charakteren letztendlich doch eher um eine hörende Protagonistin gebaut hat, macht Sorda die taube Figur stärker zum Zentrum – mit Fehlbarkeit, Eigensinn und Momenten, in denen Rückzug in eine ausschließlich gehörlose Runde ebenso verständlich wie unfruchtbar erscheint.

Miriam Garlo, selbst gehörlos, spielt mit unaufdringlicher Genauigkeit; Regisseurin Eva Libertad (auf ihrem preisgekrönten Kurzfilm aufbauend) formte daraus ein Nahporträt, das Beziehungsarbeit, Elternwerden und gegenseitiges Lernen als universale Themen sichtbar macht. Ergebnis: kein Betroffenheitskino, sondern ein klarer, erfahrbarer Blick in eine Sinneswelt. Authentisch, filmisch durchdacht, mit mehrdimensionalen Charakteren und deshalb unbedingt sehenswert!

Autor: Daniel Pook



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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook in unserem Studio in Berlin aufgenommen.

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