Little Trouble Girls - Unser Lieblingsfilm der Berlinale 2025
Daniel Pook und der Kaffeemann sind in Bälde schon wieder auf der Berlinale 2026 unterwegs - kurz vorher ist noch ihr Lieblingsfilm der Internationalen Filmfestspiele Berlin vom Vorjahr im regulären Kinoprogramm erschienen. Little Trouble Girls (Kaj ti je deklica) lässt uns zwischen Tagträumen und Wirklichkeit am Erwachsenwerden einer Jugendlichen auf Chorfahrt ihrer katholischen Schule teilhaben. Gefühlvoll natürlich gespielt und von Regisseurin Urška Djukić kunstvoll inszeniert, ist dieser Film ein fesselndes Werk voll erster Leidenschaft, die mal verwirrend, enttäuschend, aber auch traumhaft und erweckend sein kann.
Originalbild: Little Trouble Girls / © SPOK Films (2025)
Kaffeemann & Daniel spoilern in diesem Podcast ohne Vorwarnung nichts wesentliches oder überraschendes, was nicht schon aus Trailern vorab ersichtlich wird.
Links & Videos zur Filmkritik
Kompletter Berlinale-Podcast mit Little-Trouble-Girls-Segment und allen anderen Rezensionen von 2025
Little Trouble Girls auf der offiziellen Berlinale-Website
Unsere Filmkritik zu Little Trouble Girls in Kurzform als Text:
Little Trouble Girls ist eine slowenisch–italienisch–kroatisch–serbische Koproduktion, gedreht in Slowenien und ganz auf Slowenisch, die ein 16-jähriges Mädchen aus einem katholischen Mädchenchor während eines Wochenend-Workshops in einem alten Kloster begleitet. Der Film erzählt ihr vorsichtiges sexuelles Erwachen zwischen strenger Glaubensumgebung, konservativer Mutter, erster Neugier (Bauarbeiter in der Ferne), der Zuwendung einer Mitschülerin und dem Machtmissbrauch eines Chorleiters — inszeniert präzise, unaufgeregt, sinnlich und ohne Voyeurismus. Konsequent aus der Perspektive, auch den Tagträumen des jungen Mädchens.
Formal besticht der Film durch auffallend klare, detailreiche Close-ups mit analog anmutender Weichheit (obwohl digital mit Arri Alexa 35 gedreht), starkes Casting und eine „slowenische Trockenheit“, die Schwere meidet und dennoch Empathie, Wärme und leisen Humor zulässt.
Die Chorszenen tragen viel davon. Statt romantisierender Coming-of-Age-Filme à la Call Me by Your Name, narrativ geradeaus erzählt, wahrt dieser Film zuerst nüchterne Autehntizität, bevor im Schlussakt zunehmend surreale Passagen die innere Entwicklung der Protagonistin bildpoetisch verdichten. Für Daniel Pook und den Kaffeemann, gerade wegen dieser filmsprachlich gelungen Komposition, das große Highlight der Berlinale 2025.
Autor: Daniel Pook
Muriel d'Ansembourgs Debütfilm Truly Naked hat uns auf der Berlinale 2026 in jeder Hinsicht begeistert. Vielschichtig und authentisch behandelt das Werk sensible Themen - ein Heranwachsender arbeitet als Assistent und Kameramann für seinen Vater, der Amateurpornos produziert. Gleichzeitig entdeckt der Junge seine erste wahre Liebe, was in ihm zunehmend Konflikte auslöst. Ein exzellenter Film mit perfekter Balance aus realem Look und verdichteter, effektiv aufgebauter Handlung.
Wie ihr bei Die Letzte Filmkritik sehr bald noch hören werdet, hat Daniel bereits bei Sundance 2026 zwei Coming-of-Age-Filme gesehen, in denen Schüler*innen tragische Ereignisse auf Schulbühnen künstlerisch verarbeiten. Mouse kam jetzt noch auf der Berlinale dazu und hat, ganz wie Run Amok und The Musical, trotzdem genug eigene Qualitäten zu bieten, um als ein Festival-Highlight hervorzustechen.
Daniel Pook und der Kaffeemann sind in Bälde schon wieder auf der Berlinale 2026 unterwegs - kurz vorher ist noch ihr Lieblingsfilm der Internationalen Filmfestspiele Berlin vom Vorjahr im regulären Kinoprogramm erschienen. Little Trouble Girls (Kaj ti je deklica) lässt uns zwischen Tagträumen und Wirklichkeit am Erwachsenwerden einer Jugendlichen auf Chorfahrt ihrer katholischen Schule teilhaben. Gefühlvoll natürlich gespielt und von Regisseurin Urška Djukić kunstvoll inszeniert, ist dieser Film ein fesselndes Werk voll erster Leidenschaft, die mal verwirrend, enttäuschend, aber auch traumhaft und erweckend sein kann.
22 Bahnen ist als Roman schon ungemein erfolgreich gewesen - kein Wunder also, dass auch in unserem Team jemand das Buch zur Verfilmung gelesen hat. Loorie Wutz blickt mit dieser Perspektive auf die deutsche Leinwandadaption von Regisseurin Mia Maariel Meyer, die auch Daniel Pook durchaus gerne im Kino gesehen hat. Dass es grundsätzliche Kritikpunkte an der Handlung an sich gibt, da sind sich unsere beiden im Podcast allerdings ebenso einig.
15 Filme der Berlinale 2025 rezensieren wir hier in einem heiteren Rutsch mit dem Kaffeemann und Daniel! Aufgelistet bedeutet das Kritiken zu: Kaj ti je deklica, Dreams (jedoch nicht der Gewinnerfilm mit identischem englischen Titel…), Hot Milk, Mickey 17, Reflet dans un diamant mort, Welcome Home Baby, La Tour de Glace, If I Had Legs I’d Kick You, After This Death, Der Kuss des Grashüpfers, Pa-gwa, Magic Farm, Fremde Stadt, Bajo las banderas, el sol & Delicious. Auch Heldin haben wir übrigens beim Festival gesichtet, über den sprechen wir jedoch erst sehr bald, zum regulären deutschen Kinostart.
Dìdi ist verdammt amüsant. Aber eigentlich lachen wir bei diesem Coming-of-Age-Film oft auch etwas über uns selbst, da wir wohl alle sehr ähnliche Cringe-Momente der Zeit, als wir noch 13 Jahre alt waren, in unseren Erinnerungen mit uns tragen. Und selbst falls nicht, ist dieser Sundance-Hit ein empfehlenswerter Ritt durch turbulente, sehr authentisch nacherzählte Jugendtage von Regisseur Sean Wang.
Aus einem Selbsthilfebuch wurde ein Kultfilm für viele (tendenziell eher amerikanische) Teenager, auf dem ein Musical basiert, das jetzt wie ein Remake des Originals von 2004 neu verfilmt im Kino startet. Mean Girls: Der Girls Club unterhält in seinen besten Momenten kurzweilig, hätte aber noch viel mehr an die heutige Zeit gut zehn Jahre später angepasst werden müssen.
Aftersun ist ein Coming-of-Age-Film in melancholischer Rückbetrachtung, erzählt in traumartigen Vignetten aus Erinnerungen an einen lange vergangenen Urlaub und den eigenen Vater, für den Protagonistin Sophie zwanzig Jahre später ein neues Verständnis entwickelt hat. All das in Bild & Ton mit einvernehmender Energie und ganz eigenem Charakter zum Mitempfinden fürs Publikum zu vermengen - das ist gutes Kino.
Bones & All hat Patrick und Daniel im Filmmenü vom 08.12. so sehr ins Plaudern, Interpretieren und Schwärmen gebracht, dass wir gar nicht anders können, als dieses halbstündige Segment nun hier auch einzeln als Podcast zu veröffentlichen. So schafft der Coming-of-Age-Roadtrip um verbotene Fleischeslust im Konsumexzess es dann auch in unsere erlesene Website-Kategorie besonders empfohlener Filme.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, dessen schmackhaftesten Gänge am meisten auf den Magen schlagen könnten. Sowohl Bones & All als auch Triangle of Sadness sind höchst empfehlenswert, auch gerade weil sie zuweilen vor ekelerregendem nicht zurückschrecken. Zuschauer dürfen bei Violent Night allerdings ebenso wenig zimperlich sein und She Said zementiert den Triumph unermüdlich hartnäckiger Journalistinnen, die Harvey Weinsteins kaum für möglich gehaltenen Sturz mit ihrem Artikel in der New York Times in Gang gebracht haben.
Paul Thomas Anderson kreuzte die Essenz eines zufällig beobachteten Alltagsmoments mit Berichten skurriler Erlebnisse aus dem Leben von Kumpel Gary Goetzman und heraus kam Licorice Pizza. Eine perfekt besetzte Coming-of-Age-Love-Story im Los Angeles der 70er, deren kreative DNA gleichermaßen viel Once Upon a Time in Hollywood wie The Big Lebowski vorweisen kann.
Die Sundance-Jury vom letzten Januar hat, genau wie das Publikum beim Festival, entschieden: CODA ist der beste Teilnehmer seines Jahrgangs. Während Apple da gleich mal für seinen Streaming-Dienst zugeschlagen hat, lässt das alles Patrick und Daniel im Podcast zum Glück nicht sprachlos zurück. Obwohl sie irgendwie doch sprachlos waren, ob des Erfolgs eines derart durchschnittlichen Films.
Donnie Darko ist nicht nur an und für sich ein bemerkenswerter Film. Sein beschwerlicher Weg vom Drehbuch eines Mitte 20-jährigen Nobodys übers Sundance Film Festival bis zum Kinoflop, der Jahre später als Heimvideo Kult wurde, wäre schon genug Stoff für einen Podcast. In dieser Retrospektive unserer Rubrik Staff Picks sprechen Patrick & Daniel über viele Hintergründe der Produktion, analysieren aber auch, was Donnie Darko bis heute sehr zeitlos zu einem ganz besonderen Film macht.
Hot Summer Nights hat seit US-Premiere 2017 mehr oder weniger gute 4 Jahre lang gebraucht, um bei uns veröffentlicht zu werden. Patrick und Daniel fragen sich, warum - denn sie haben ihn sich 2021 beide durchaus gerne angesehen.
Es ist angerichtet… zum politischen Mordkomplott aus Assassins, dem Charakterdrama The Racer während der Tour de France und dem Wellenrauschen des Coming-of-Age-Films Sunburned.
Mit viel Gefühl und dennoch wenig Melodrama schafft Regisseurin Shannon Murphys Babyteeth den Spagat zwischen Coming-of-Age-Movie und anspruchsvollem Kino für Erwachsene. Hierzulande startet der Film unter dem Titel Milla Meets Moses und mit dieser ersten Szene startet Daniel auch seine Filmkritik.
Never Rarely Sometimes Always - den wir euch bereits beim Sundance Film Festival sehr ans Herz gelegt haben - hinterließ bei Patrick und Daniel nach zweiter Sichtung zum deutschen Kinostart viele neue Eindrücke und erneut auch feuchte Wangen. Dabei ist das Indie-Meisterwerk von Eliza Hittman keinesfalls ein solcher Film, der nur plump auf die Tränendrüse drückt.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, dessen wichtigste Empfehlung wir bereits während Sundance 2020 ausführlicher rezensiert haben. The Social Dilemma bei Netflix ist eure Zeit und Aufmerksamkeit definitiv sehr viel mehr wert als The New Mutants, The Photograph und Seberg als Kinoneustarts alle drei zusammen.
Es ist angerichtet… zu einer Filmkritik, die sich als Filmmenü mit Beilage verkleidet hat und zwei mal Pete Davidson auftischt. Der aktuell in deutschen Kinos anlaufende The King of Staten Island hat nicht nur seinen Hauptdarsteller und Machine Gun Kelly mit dem Sundance-2019-Indie Big Time Adolescence gemeinsam, weswegen wir bei der Gelegenheit noch mal an unsere Empfehlung von damals erinnern.
Es ist angerichtet zu einem Filmmenü, das erst viel Belanglosigkeit und dann doch noch zwei Genre-Geheimtipps auf der Speisekarte anbietet. Wer die Filmstarts dieser Woche ins Auge fasst, sollte sich für Krokodil mit Biss und Roboter mit Muttermilch entscheiden.
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Dieser Podcast wurde vom Kaffeemann & Daniel Pook während der Berlinale 2025 aufgenommen.


