Berlinale '26 - No Good Men (Eröffnungsfilm)
Am Abend vor der Berlinale-Eröffnung 2026 sahen der Kaffeemann und Daniel bereits den Eröffnungsfilm der diesjährigen Berliner Filmfestspiele, um nun kurz nach Start ihre nüchterne und ernüchterte Kritik dazu abzugeben. No Good Men ist gut gemeint, hat wichtige Anliegen - als Film kann der Beitrag von Regisseurin, Autorin und Hauptdarstellerin Shahrbanoo Sadat jedoch nicht gemessen an internationalem Festivalniveau überzeugen.
Wir verraten in dieser Rezension allgemeingehalten und ohne zu viele Details aus Aspekte des späteren Handlungsverlaufs, der auf wahren Geschehnissen zeitnaher Gegenwart beruht.
Links & Videos zur Filmkritik
No Good Men auf der offiziellen Berlinale-Website
Die Letzte Filmkritik über Die Saat des Heiligen Feigenbaums
OverExposition-Podcast über Hollywoodgate
Unsere Filmkritik zu No Good Men als Kurztext zusammengefasst:
No Good Men erzählt eine Geschichte aus Kabul rund um ein News-Team in den Monaten vor und während der erneuten Machtübernahme der Taliban nach dem Abzug der USA: Eine junge Kamerafrau will mehr als nur mitlaufen, gerät in eine Romanze mit einem Reporter und wird schließlich von den Ereignissen und der Eskalation in der Stadt mitgerissen.
Als Eröffnungsfilm der Berlinale 2026 lässt sich die Wahl des Festivals dafür nur inhaltlich gesehen nachvollziehen. Gegenwartsthema um den turbulenten Machtwechsel in Afghanistan, eine klar feministische Perspektive auf die Situation in Kabul davor und danach, reale Erlebnisse als Basis, erzählt von einer afghanischen Regisseurin. Doch genau an seiner Umsetzung scheitert der Film.
Er wirkt vereinfacht, auf ein breites Publikum als Zielgruppe hin geglättet, sodass die eigentliche Härte der Realität kaum angemessene Wucht bekommt. Die tragisch verlaufende Liebesgeschichte soll als emotionaler Hebel einen Ausgleich dazu darstellen, bleibt aber dramaturgisch früh durchsichtig und zieht dennoch zu viel den ganzen Fokus des Films auf sich, dafür dass im Szenario drumherum zeitgleich so viele schwerwiegende Dinge passieren.
Zu viel wird über Dialoge transportiert, statt das Erlebte szenisch erfahrbar zu machen. Dazu kommt ein ästhetischer Bruch, der besonders negativ auffällt: Immer wieder werden echte, roh wirkende Nachrichten-Archiv-Aufnahmen aus Afghanistan eingeblendet - als würde sich der Film eine dichtere, bedrohlichere Atmosphäre hinzu schneiden wollen, die er mit eigenen Bildern und seiner Story nicht aufzubauen weiß.
Das Afghanistan der fiktionalisierten Handlung auf Basis wahrer Begebenheiten wirkt in Teilen unpassend leichtfüßig, erinnert an typische Mainstream-Romcoms, ehe im Finale dann sehr plötzlich alles doch eskaliert. No Good Men ist sicherlich gut gemeint, aber zu seicht geschrieben und zu austauschbar inszeniert, um ein angemessener Eröffnungsfilm für die Berlinale zu sein.
Autor: Daniel Pook
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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook mit dem Kaffeemann auf der Berlinale in Berlin aufgenommen.


