Berlinale '26 - Isabel
Sommelière Isabel hat genug vom feinen Restaurant in São Paulo, dessen Besitzer ihre Auswahl echter brasilianischer Weine nicht zu schätzen weiß. Sie stiehlt heimlich Abend für Abend kistenweise Flaschen aus dem kaum angerührten Bestand ihres Arbeitsplatzes und plant, ihre eigene Weinbar zu eröffnen. Trotz vieler Hürden für die Protagonistin, deren Traum sich immer wieder mit den vor allem finanziellen Grenzen der Realität konfrontiert sieht, ist Isabel für Daniel und den Kaffeemann ein sehr willkommener, unkomplizierter, schön gefilmter und vor allem stark geschauspielerter Feel-Good-Film in authentischen Kulissen auf der Berlinale 2026 gewesen.
Wir erzählen in dieser Rezension allgemeingehalten und ohne zu viele Details auch Aspekte des späteren Handlungsverlaufs, verraten aber nie zu viel, um damit unerwartetes zu spoilern.
Links & Videos zur Filmkritik
Isabel auf der offiziellen Berlinale-Website
Unsere Filmkritik zu „Isabel“ als Text zusammengefasst:
Isabel ist ein unaufgeregtes, warm fotografiertes Slice-of-Life aus São Paulo: Eine mittelalte Sommelière-Dame in einem Michelin-Restaurant träumt von der eigenen Naturweinbar und wagt dafür einen riskanten Schritt raus aus der sicheren Routine. Der Film lebt von seiner unmittelbaren, sehr „echten“ Anmutung mit analogem Look, detailreichen Räumlichkeiten (teils offenbar echte Locations), natürlichen Dialogen, einer brasilianischen Herzlichkeit, die nie geschniegelt wirkt.
Genau darin liegt aber auch die Grenze: Erzählerisch bleibt es bei der Skizze dieser Ausbruchsfantasie und ihrer holprigen Umsetzung, besonders wenn finanzielle Aspekte dem Traum im Wege zu stehen drohen. Konflikte und Konsequenzen werden eher gestreift, und der Film endet auf einem beschwingten Hoch, wo eigentlich das ernüchternde „Und was jetzt?“ erst beginnen würde.
Selbst das Thema Wein - Naturwein, lokale Produktion, brasilianische Weinkultur - wird mehr als Dekor genutzt als wirklich erkundet und in all seiner Pracht isnzeniert. So bleibt Isabel ein angenehmer, handwerklich schön gemachter Wohlfühlfilm mit starken Schauspieler*innen, perfekt für einen entspannten Abend (idealerweise mit einem Glas Wein dazu), aber ohne im Nachgang einen faszinierenden Geschmack zu hinterlassen.
Autor: Daniel Pook
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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook mit dem Kaffeemann auf der Berlinale in Berlin aufgenommen.


