Sundance & Berlinale '26 - The Only Living Pickpocket in New York
Ein alternder Taschendieb zieht in The Only Living Pickpocket in New York Tag für Tag durch Manhattan und lebt davon, reichen Passant*innen unbemerkt Uhren, Smartphones und Brieftaschen zu stehlen. Als er jedoch die falsche Person beklaut, gerät sein ansonsten routinierter Alltag plötzlich in eine gefährliche Schieflage. Ein charmantes New-York-Szenario mit guten Darstellern. Und trotzdem verläuft der Film eher wie ein gemütlicher Spaziergang, bei dem wir uns am Ende fragen, ob da nicht noch wesentlich mehr spannendes hätte passieren können.
Filmbild “The Only Living Pickpocket in New York” © MRC II Distribution Company L.P. (2026)
Wir erzählen in dieser Rezension allgemeingehalten und ohne zu viele Details auch Aspekte des späteren Handlungsverlaufs, verraten aber nie zu viel, um damit unerwartetes zu spoilern.
Links & Videos zur Filmkritik
The Only Living Pickpocket in New York auf der offiziellen Berlinale-Website
Unsere Filmkritik zu „The Only Living Pickpocket in New York“ als Text zusammengefasst:
The Only Living Pickpocket in New York lebt vor allem von Stimmung und Besetzung: nostalgische Bilder von New-York-Schauplätzen, ein gemütliches Erzähltempo bei vor sich hin spielender Jazz-Musik. John Turturro sehen wir hier als in die Jahre gekommener Taschendieb mit festen Routinen, dazu prominente Nebenrollen (u. a. Steve Buscemi, Giancarlo Esposito), und moralisch - er klaut nicht von Armen und stiehlt nicht aus Gier, sondern hält damit gerade so sein Leben und die Pflege seiner schwer gelähmten Partnerin am Laufen - gibt es eine gewisse Ambivalenz. Der ältere Herr als Taschendieb hat unsere Sympathien.
Noah Segans Film beginnt zu schwächeln, sobald der Protagonist die falsche Person bestiehlt und plötzlich etwas zurückholen muss, das längst weiterverkauft wurde. Es geht um Leben oder Tod. Dieses Gefühl von Druck und enger Deadline beraubt den Film um seine anfänglichen Stärken. Wir haben den Eindruck, auf einmal die Abschiedstour einer alternden Legende ihres Fachs zu sehen, die wir als Zuschauer jedoch eigentlich noch gar nicht richtig kennen. Ein ausgedehntes Finale, das viel zu früh einsetzt.
Gerade die anfänglich interessanten Trickdiebstahl-Techniken - die kleinen technischen Kniffe des Diebstahls - kommen zunehmend zu kurz und werden durch zwischenzeitlich rustikales Vorgehen ersetzt, das dann aber nicht mehr so reizvoll zu beobachten ist.
Ein letztendlich nur ganz netter Film, mit guten Schauspielern und einer Stadtkulisse, die viel Atmosphäre her gibt. Doch ist The Only Living Pickpocket in New York schließlich vorbei, fühlen wir uns wieder genauso, als hätten wir den Film gar nicht geguckt.
Autor: Daniel Pook
Feeds & Infos über die Podcaster
Alternativ zum Web-Player mit Download-Funktion kann Die Letzte Filmkritik direkt über diesen Link bequem bei iTunes abonniert werden. Wer per RSS-Reader oder sonstigen Podcatchern über neue Folgen informiert werden möchte, füttert sie mit diesem Link des XML-Feeds. Via Facebook, Youtube & Twitter bleibt ihr mit uns in Kontakt und auf dem Laufenden.
Dieser Podcast wurde von Daniel Pook mit dem Kaffeemann auf der Berlinale in Berlin aufgenommen.


