FILMKRITIK FILTERN


Berlinale '26 - Wolfram

Berlinale '26 - Wolfram

Von Wolfram sind Daniel und der Kaffeemann auf der Berlinale 2026 nicht nur deswegen herb enttäuscht gewesen, weil es ihrer Meinung nach ein eher schlecht inszenierter Film ist. Sie wollten den australischen Western eigentlich unbedingt lieben, da sie bei Sundance 2018 ein so tolles Gespräch mit dessen Regisseur Warwick Thornton führen durften und dessen damaliger Festival-Beitrag, Sweet Country, gerade im Vergleich zu seinem neusten Werk, so ein verdammt guter Film war.

Filmbild “Wolfram” © Bunya Productions (2026)

Wir erzählen in dieser Rezension allgemeingehalten und ohne zu viele Details auch Aspekte des späteren Handlungsverlaufs, verraten aber nie zu viel, um damit unerwartetes zu spoilern.


Links & Videos zur Filmkritik


Unser Sundance-Interview mit Warwick Thornton:


Unsere Filmkritik zu „Wolfram“ als Text zusammengefasst:

Wolfram ist die ernüchternde Rückkehr vom australischen Regisseur Warwick Thornton zum Outback-Western. Nach dem starken, rauen Sweet Country von Sundance 2018 wirkt dieser Berlinale-Beitrag 2026 erstaunlich unauthentisch wie aus Kulissenresten zusammengebaut und auch schauspielerisch nicht überzeugend besetzt.

Der Film spielt im australischen Goldrausch der 1930er, zeigt von Weißen geleitete Minenlager, in denen Aborigines ausgebeutet werden, und folgt zwei Kindern auf der Flucht, während ihre Mutter durchs Outback nach ihnen sucht. Das Thema kolonialer Gewalt, Entrechtung, rassistischer Willkür wäre tragfähig und wichtig. All das aber hat unter anderem Thornton selbst bereits viel eindrücklicher gezeigt. Aber auch Filme wie The Nightingale haben ähnliches schon weitaus wirksamer und besser erzählt, härter und glaubhafter abgebildet.

Thorntons Inszenierung bei Wolfram stützt sich auf Sets wie aus Freizeitparks, klischeehafte Figuren und mitunter peinlich hölzern vorgetragene Dialoge. Was als harte Geschichte über Ausbeutung und Überleben greifen könnte wirkt unausgegoren konstruiert und viel zu lange dramaturgisch ziellos. Bis es zu einer arg plakativen Enthüllung kommt, die wie der Verzweifelte Versuch wirkt, durch puren Überraschungseffekt über alle drängenden Schwächen von Wolfram hinwegzutäuschen. Bei der Berlinale hat’s offenbar funktioniert - bei uns nicht.

Autor: Daniel Pook



Feeds & Infos über die Podcaster

Alternativ zum Web-Player mit Download-Funktion kann Die Letzte Filmkritik direkt über diesen Link bequem bei iTunes abonniert werden. Wer per RSS-Reader oder sonstigen Podcatchern über neue Folgen informiert werden möchte, füttert sie mit diesem Link des XML-Feeds. Via FacebookYoutube & Twitter bleibt ihr mit uns in Kontakt und auf dem Laufenden.

Dieser Podcast wurde von Daniel Pook mit dem Kaffeemann auf der Berlinale in Berlin aufgenommen.

Berlinale '26 - Mouse

Berlinale '26 - Mouse

Sundance & Berlinale '26 - Saccharine (Abnehmpillen-Horrorfilm)

Sundance & Berlinale '26 - Saccharine (Abnehmpillen-Horrorfilm)

0