Thunderbolts* - Etwas besser ist längst noch nicht gut
Die weltweite Filmkritikerlandschaft scheint von den Marvel-Adaptionen der vergangenen Jahre im Kino so entwöhnt worden zu sein, dass es jetzt offenbar schon ausreicht, einfach nur einen kompetent durchschnittlichen Film abzuliefern, um Jubelarien einzuheimsen. Daniel möchte sich diesem - aus seiner Sicht - übertriebenen Lob für Thunderbolts* keinesfalls anschließen. Der Streifen ist ok, weniger kaputt als seine Vorgänger. Mehr aber nicht.
Originalbild: Thunderbolts* / © Marvel Studios (2025)
Daniel gibt, über die in Trailern gezeigten Szenen und Grundprämisse des Films hinaus, nicht viele Details der späteren Filmhandlung preis. Die Kritik enthält anfangs nur kleinere Spoiler, ohne die eine Besprechung nicht sinnvoll wäre, aber verrät erst im vorgewarnten Spoiler-Teil zum Schluss überraschendes sowie das Ende des Films.
Während sich fast alle anderen Kritiker dieser Welt in ihrem euphorisch positiven Gemeinschaftsurteil über Christopher Nolans Homer-Adaption Die Odyssee freudentränend in den Armen liegen, herrscht ausgerechnet beim sonst so häufig einigen Duo Daniel Pook und Patrick aus Hürth Unstimmigkeit über eben selben Film.
The Mandalorian war einst als Zugpferd von Disney+ angetreten, um den damals neuen Streaming-Dienst erfolgreich starten zu lassen, aber auch all die Star-Wars-Fans wieder zu versöhnen, die der Konzern selber mit seinen hauseigenen Filmen aus einer “weit, weit entfernten Galaxis” zuvor enttäuscht und massiv frustriert hatte. Der damalige Lichtblick sollte jedoch mit Staffel 2 seinen Zenit erreichen, schon in Staffel 3 erschütternd schnell verglimmen.
Es hat Daniels gesamtes Leben lang gedauert, dem alten He-Man-Realfilm von 1987 einen neuen Versuch folgen zu lassen, Masters of the Universe mit echten Schauspielern wieder ins Kino zu bringen. Die moderne Adaption des Spielzeug- und Zeichentrickserien-Universums rund um den schwertschwingenden Helden, der “Ich habe die Kraft” ruft, orientiert sich näher an den Wurzeln des Franchises als noch zuvor der Film mit Dolph Lundgren. Und ist deswegen umso frustrierender, weil sie diese Linie dann doch ganz und gar nicht durchzieht.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, das 2x2+4 auftischt. Denn nachdem Patrick und Daniel die Sequels Mortal Kombat 2 und Der Teufel Trägt Prada 2 durchgesprochen haben, wird über Mercy, Thrash, Balls Up und Für Immer Ein Teil Von Dir: Reminders of Him eher durchweg erbrochen. Na dann: Guten Appetit!
Vom Ehepaar Mona Fastvold und Brady Corbet, gedreht auf 35mm Kodak-Analogfilm, eine historische Geschichte. Was könnte da schief gehen? Gar nicht so viel. The Testament of Ann Lee ist nach Der Brutalist der nächste höchst sehens- und auch hörenswerte Kinofilm des Duos. Und mit Sicherheit einer der Filme, den viele von euch trotzdem verpassen würden, hätten Patrick & Daniel euch nicht lobend darauf hingewiesen.
An Das Drama scheiden sich viele Geister… nur Patrick und Daniel nicht. Sie sind sich einig, dass der Film zwar so hochwertig präsentiert wird, wie von A24 gewohnt. Und ihm doch viel dazu fehlt, mit seinen Grundideen in sich selbst stimmig zu funktionieren.
Zum ersten Mal verweilt die mit 28 Days Later gestartete Reihe von Danny Boyle und Alex Garland von Film zu Film im selben Zeitfenster und erzählt den Vorgängerfilm nahtlos weiter. Und so setzen auch Patrick und Daniel ihre Rezension derselben über 28 Years Later: The Bone Temple in diesem Podcast fort. Mit milden Spoilern der allgemeinen Handlungsverläufe, ohne dabei jedoch zu sehr ins Detail zu gehen.
Im ersten Teil musste Familie Garrity in einen Bunker flüchten, dann kam der Weltuntergang. Greenland 2 schickt sie wieder raus aus der Schutzherberge und erneut auf strapaziöse Suche nach einer neuen Heimat. Alles nun viel größer, teurer produziert und nicht mehr so bodenständig wie noch im Vorgänger, der deswegen deutlich besser ist. Das Sequel macht ein paar Dinge aber auch wieder ganz gut, taugt somit erneut als ordentlicher Katastrophenfilm für zwischendurch.
Vater Joseph Jackson wird im biografischen Musikfilm Michael als profitgetriebener Geschäftsmann gezeigt, der seinen Sohn mehr als Zugpferd fürs Familienunternehmen wahrgenommen hat, anstatt zuerst einmal als Menschen. Ganz in diesem Sinne geht auch eine heutige Gruppe von Nachlassverwaltern und noch lebenden Jackson-Familienmitgliedern bei dieser Verfilmung mit dem King of Pop als Kunstfigur um. Im ausführlichen OverExposition-Podcast stellt Daniel (mit Spoilern) aber auch fest, dass Michael Jackson selbst hier wohl so perfekt besetzt wurde, wie das bei kaum einem anderen Biopic überhaupt möglich wäre. Und dass der Kinofilm in Teilen nicht ganz freiwillig genau da aufhört, wo selbst mit Wohlwollen einiges hätte sehr weird werden müssen…
Können Menschen überhaupt noch global zusammenarbeiten, um ihre gemeinsame Existenz zu retten? In Der Astronaut: Project Hail Mary müssen sie das, angesichts der drohenden Auslöschung durch eine Anomalie aus dem All. Aneinander zu verstehen, zu helfen und die Hände zu reichen, wird aber auch weit darüber hinaus im Laufe der großen Weltraummission des Films von zentraler Bedeutung sein. Daniel vergleicht Roman, Hörbuch und Film miteinander in unserem Podcast mit separatem Spoiler-Teil.
Der Super Mario Galaxy Film heißt zwar so, setzt aber nicht wirklich das Geschehen oder den gestalterischen Witz der beiden gleichnamigen Jump’n’Runs um. Stattdessen gibt’s einen inhaltlich beliebig zusammengestellten Mix von allerhand Nintendo-Figuren und Elementen aus diversen Mario-Games - mit dem “Humor” der Minions. Optisch stimmig, kaschiert Illuminations Galaxy immerhin mit Cameos und Gimmicks für Mario-Fans, dass hier einfach nur reizlos Social-Media-Reels für Kinderzielgruppen aneinandergereiht werden.
Muriel d'Ansembourgs Debütfilm Truly Naked hat uns auf der Berlinale 2026 in jeder Hinsicht begeistert. Vielschichtig und authentisch behandelt das Werk sensible Themen - ein Heranwachsender arbeitet als Assistent und Kameramann für seinen Vater, der Amateurpornos produziert. Gleichzeitig entdeckt der Junge seine erste wahre Liebe, was in ihm zunehmend Konflikte auslöst. Ein exzellenter Film mit perfekter Balance aus realem Look und verdichteter, effektiv aufgebauter Handlung.
Ein Mann stürmt in Good Luck, Have Fun, Don’t Die ein amerikanisches Diner, behauptet, aus der Zukunft zu kommen - und erklärt den verdutzten Gästen, dass Social Media, Smartphones, vor allem jedoch Künstliche Intelligenz die Menschheit bald in den Untergang führen werden. Nur eine zufällige Gruppe Restaurantbesucher*innen könne nun helfen, das zu verhindern. Eine herrlich absurde Zeitreise-Prämisse. Eigentlich - doch dieser Film wirkt letztlich nur so, als hätten ein paar Boomer zwar gute Ansätze verfolgt, sie jedoch nur peinlich plakativ und kontraproduktiv oberflächlich auf die Leinwand gebracht.
Ein alternder Taschendieb zieht in The Only Living Pickpocket in New York Tag für Tag durch Manhattan und lebt davon, reichen Passant*innen unbemerkt Uhren, Smartphones und Brieftaschen zu stehlen. Als er jedoch die falsche Person beklaut, gerät sein ansonsten routinierter Alltag plötzlich in eine gefährliche Schieflage. Ein charmantes New-York-Szenario mit guten Darstellern. Und trotzdem verläuft der Film eher wie ein gemütlicher Spaziergang, bei dem wir uns am Ende fragen, ob da nicht noch wesentlich mehr spannendes hätte passieren können.
Wie ihr bei Die Letzte Filmkritik sehr bald noch hören werdet, hat Daniel bereits bei Sundance 2026 zwei Coming-of-Age-Filme gesehen, in denen Schüler*innen tragische Ereignisse auf Schulbühnen künstlerisch verarbeiten. Mouse kam jetzt noch auf der Berlinale dazu und hat, ganz wie Run Amok und The Musical, trotzdem genug eigene Qualitäten zu bieten, um als ein Festival-Highlight hervorzustechen.
Von Wolfram sind Daniel und der Kaffeemann auf der Berlinale 2026 nicht nur deswegen herb enttäuscht gewesen, weil es ihrer Meinung nach ein eher schlecht inszenierter Film ist. Sie wollten den australischen Western eigentlich unbedingt lieben, da sie bei Sundance 2018 ein so tolles Gespräch mit dessen Regisseur Warwick Thornton führen durften und dessen damaliger Festival-Beitrag, Sweet Country, gerade im Vergleich zu seinem neusten Werk, so ein verdammt guter Film war.
Dieser Abnehmpillen-Horrorfilm aus Australien hat es sowohl aufs Sundance Film Festival als auch auf die Berlinale 2026 geschafft. Warum aber, das wissen wir nicht. Daniel und der Kaffeemann sahen darin nur ein schon mehrmals wiederaufgewärmtes Mikrowellengericht, wie ein halbgar aufgetischter Versuch, The Substance und It Follows ohne eigene Würze irgendwie zu vermengen.
Besonders bei Sundance war die Midnight-Sektion für uns während vergangener Festival-Besuche immer eine verlässliche Goldgrube. Nicht so 2026, denn dieses Jahr erlebte Daniel ausgerechnet in dieser Kategorie zwei seiner größten Enttäuschungen des Programms. Die blutige Kindersendungs-Parodie Buddy ist zwar immerhin noch kurzweilig erträglich, der Podcast-Horrorfilm Undertone von A24 hingegen langweilt auf allen Ebenen. Außerdem hat auch die Berlinale 2026 mit Nightborn (Yön Lapsi) und Sleep No More (Monster Pabrik Rambut) zwei nicht so begeisternde Genre-Beiträge zu diesem Filmmenü-Podcast der Festival-Horror-Flops beigesteuert.
Eine Frau gibt sich im 17. Jahrhundert als Mann aus und Sandra Hüller spielt auch genau das mit vielen Nuancen, anstatt einfach nur plumpe Männerklischees zu Mimen. Nicht nur wir sind voll des Lobes für ihres Performance, der Berlinale 2026 war diese anspruchsvolle Darbietung einen Silbernen Bären für die beste Schauspielleistung des Festivals wert. Grund zu doppelter Freude: Der Film Rose ist auch sonst sehr gut, finden Daniel und der Kaffeemann!
Der Kaffeemann und Daniel hätten den Goldenen Bären der Berlinale 2026 ja lieber an Everybody Digs Bill Evans verliehen als an Gelbe Briefe, immerhin hat die Jury das kunstvolle Musik-Biopic rund um den legendären Jazz-Virtuosen aber mit dem Silbernen Bären für die beste Regie prämiert. Spätestens sobald ein Kinostart feststeht, solltet ihr euch diesen wunderbaren und wunderschönen Film von Grant Gee unbedingt fest vormerken.
Bereits eine Woche bevor Regisseur İlker Çatak für seinen neuen Film den Hauptpreis der Berlinale 2026 entgegennehmen durfte, haben Daniel und der Kaffeemann bereits diesen Filmkritik-Podcast hier über Gelbe Briefe aufgenommen. Anstatt eines Goldenen Bären gibt‘s von den beiden jedoch nur ihrerseits gelbe und blaue Briefe, denn wir sind von diesem Versuch, viel wichtiges zu sagen und es doch nie so wirklich zu benennen, rundum schwer enttäuscht. Obwohl, auch das sei betont, Gelbe Briefe nur rein handwerklich betrachtet tatsächlich eigentlich ein sehr guter Film geworden ist.
Moscas, internationaler Titel ist Flies, kann froh sein, dass bei unserem Berlinale-Besuch 2026 nicht auch noch ein paar Fliegen im Kinosaal herumschwirrten. Die hätten angesichts dieses zwar nicht gänzlich schlechten, aber leider doch sehr langweiligen Festival-Beitrags rasch unsere volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Sommelière Isabel hat genug vom feinen Restaurant in São Paulo, dessen Besitzer ihre Auswahl echter brasilianischer Weine nicht zu schätzen weiß. Sie stiehlt heimlich Abend für Abend kistenweise Flaschen aus dem kaum angerührten Bestand ihres Arbeitsplatzes und plant, ihre eigene Weinbar zu eröffnen. Trotz vieler Hürden für die Protagonistin, deren Traum sich immer wieder mit den vor allem finanziellen Grenzen der Realität konfrontiert sieht, ist Isabel für Daniel und den Kaffeemann ein sehr willkommener, unkomplizierter, schön gefilmter und vor allem stark geschauspielerter Feel-Good-Film in authentischen Kulissen auf der Berlinale 2026 gewesen.
Das Beste an At the Sea von der Berlinale 2026 ist, dass Daniel anlässlich dessen noch einmal auf das viel bessere Entzugsdrama The Outrun verweisen kann. Der hier betrachtete Film hingegen ist nur mal wieder ein langweiliger Versuch, uns normalen Menschen näherzubringen, wie ach so schwer doch das Leben sehr wohlhabender Erfolgs-Künstlerfamilien ist, die jetzt vor so schweren Entscheidungen stehen, wie ob sie ihre riesige Villa am Strand nun verkaufen sollen oder nicht. Überzeugend sind hier nur Schauspieler*innen wie Amy Adams, Rainn Wilson und Murray Bartlett in den Hauptrollen - was die leeren Bilder und wirkungslosen Konzepte des Films drumherum nur noch bedauerlicher macht.
In The Moths and the Flame begleitet Regisseur Kevin Contento in Pahokee, Florida, eine Gruppe junger Männer, die gerade Väter geworden sind oder kurz davorstehen. Zwischen Alltagsgesprächen, kleinen Neckereien und viel Herumhängen entsteht ein persönlicher, naher Blick auf das Leben zwischen Verantwortung, Perspektivlosigkeit und Kleinstadt-Trägheit. Ein experimenteller Hybrid aus Fiktion und dokumentarischem Filmemachen. Doch das Ergebnis wirkt über weite Strecken so, als hätte in vielen der ellenlangen Szenen jeweils ein guter Kurzfilm einfach vergessen, in den richtigen Momenten aufzuhören.
Eine schwerreiche Familie mit inzestuösen Gewohnheiten in patriarchalen Strukturen wird durch Pläne eines Sohnes erschüttert, zu seiner neuen Freundin ziehen zu wollen. Ein Flaschenöffner für kleine bis große Intrigen, sich entfaltende Geheimnisse, viel exzentrisches Verhalten und Mord. Die illustre MUBI-Produktion Rosebush Pruning ist für Daniel und den Kaffeemann eine der wenigen positiven Überraschungen auf der Berlinale 2026 gewesen.
Wir haben Regisseur Paul Negoescu zum ersten Mal 2009 im Rahmen unserer Interviewserie Short Talks getroffen. In diesem Zeitraum hatte er es drei Mal hintereinander in den Wettbewerb der Berlinale-Kurzfilme geschafft. Auch uns konnte er stets mit seinen authentisch inszenierten, kurzweilig unterhaltsamen, wie aus dem Leben rumänischer Familien gegriffenen Shorts sehr überzeugen. Obwohl thematisch mehr ein Langfilm für Kinder, hat uns sein diesjähriger Berlinale-Generations-Beitrag 2026, Atlas des Universums (Atlasul universului) ähnlich überzeugt - mitunter sogar charmant an ein legendäres Werk Abbas Kiarostamis’ erinnert.
Pandemie-Albtraum trifft Western - aber A Prayer for the Dying hat sich noch viel stärker einer anderen Parabel verschrieben, in der Schuldgefühle und seelische Qualen für einen Soldaten nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg verarbeitet werden. Der Kaffeemann und Daniel fanden das auf der Berlinale 2026 zu Beginn noch gut… am Ende aber leider nicht mehr.
Ein asiatischer Film mit Martial-Arts-Kämpfen darf auf der Berlinale scheinbar nicht fehlen. Doch wo The Old Woman With the Knife vergangenes Jahr eher konservativ das Übliche bot, ist Ghost in the Cell ein ungewöhnlicher Mix aus Action, Horror, Gefängnisfilm und sogar mit etwas gesellschaftspolitischer Kritik garniert. Manchmal zu albern für unseren Geschmack - aber dennoch sehr unterhaltsam und eben nicht einfach nur wieder mehr vom Selben. Wohl auch deswegen war der Film bereits im Januar auch beim Sundance Film Festival im Programm.
In Der Heimatlose kehrt ein Mann auf eine Insel zurück und behauptet, dort aufgewachsen zu sein – worauf die Dorfgemeinschaft seine Identität in einem amtlichen Gerichts- und Erinnerungsspiel infrage stellt. Der Frage nach Wahrheit, Lüge und Zugehörigkeit geht Regisseur Kai Stänickes Debüt-Langfilm wie ein pseudotiefsinniges Theaterexperiment nach, das seine Bedeutung mit solch prätentiöser Penetranz vor sich herträgt, dass die 122 Minuten elend anstrengend werden. Für uns der filmische Tiefpunkt des diesjährigen Festivals!
Links & Videos zum Podcast
Die Letzte Filmkritik - Ant-Man and the Wasp: Quantumania
Die Letzte Filmkritik - The Suicide Squad
Die Letzte Filmkritik - The Marvels
Die Letzte Filmkritik - Deadpool & Wolverine
Daniels Filmkritik-Artikel über Deadpool & Wolverine bei Golem.de
Filmmenü u.a. mit Kritik zu Captain America: Brave New World
Die Letzte Filmkritik - Guardians of the Galaxy Vol. 3
Die Letzte Filmkritik - Übersicht all unserer Podcasts über MCU-Filme












Podcast-Filmkritik als Text zusammengefasst:
Man könnte meinen, die Messlatte für Marvel-Filme sei mittlerweile so niedrig, dass schon pures Mittelmaß wie ein Triumph gefeiert wird. So jedenfalls lässt sich der zum Kinostart bei einigen Rezensenten eingestellte Hype um Thunderbolts erklären. Ein Film, der keineswegs schlecht, aber eben auch bei weitem nicht das Highlight ist, zu dem ihn einige Kritiker stilisieren. Ein solide gemachter Streifen, den man bedenkenlos anschauen kann – ja. Aber annähernd sehr gut? Definitiv nein.
Eine Gruppe von Randfiguren aus früheren Marvel-Werken, darunter Yelena Belova (Florence Pugh), der Winter Soldier Bucky Barnes (Sebastian Stan), der Red Guardian (David Harbour), und der ungeliebte Captain America-Nachfolger John Walker (Wyatt Russell), werden widerwillig in ein gemeinsames Abenteuer gedrängt. Geleitet wird diese bunt zusammengewürfelte Truppe zu Beginn erst mal noch als Agenten separat verwaltet von CIA-Direktorin Valentina Allegra de Fontaine, gespielt von Julia Louis-Dreyfus, die schnell mit gewohnt intrigantem Treiben für Chaos sorgt, weil sie die Truppe in eine Falle zu locken, gar umzubringen versucht. Wie erwartet entkommen ihre entbehrlich gewordenen Handlanger jedoch - und beschließen, trotz mancher Antipartien untereinander, gegen sie gemeinsame Sache zu machen.
Thunderbolts macht dabei nichts katastrophal falsch. Regisseur Jake Schreier liefert einen Film, der sauber linear seine Geschichte erzählt und als eigenständiges Werk funktioniert. Das allein scheint heutzutage bei Marvel schon Grund genug für ekstatische Kritiken zu sein. Doch genau hier liegt das Problem: Der Film wirkt wie ein vorsichtiger Kompromiss, der sich trotz guter Ansätze nichts traut, richtig interessant durchzuziehen.
Die Schwächen zeigen sich vor allem in der Erzählweise. Was der Film vermitteln möchte, tut er fast ausschließlich über ausufernd ausformulierte Dialoge. Alles wird uns verbal auf dem Silbertablett serviert – Gefühle, Hintergrundinformationen, ja sogar die Gedanken der Figuren. Filmisches Erzählen, das Publikum auch mal selber etwas realisieren und mitdenken lassen? Fehlanzeige. Audiovisuell bleibt Thunderbolts somit stets steril banal.
Selbst in den Actionszenen punktet der Film visuell gar nicht. Sie wirken besonders zum Finale hin alibimäßig und uninspiriert. Das Machtgefüge zwischen Schurke und Anti-Helden ist zu groß, als dass eine direkte Konfrontation sinnvoll möglich wäre. Deswegen retten die Thunderbolts eigentlich nur ein paar einzelne Zivilisten vor herabstürzenden Gebäudebrocken oder vermöbeln mal eine Gruppe Standard-Henchmen. Ganz am Anfang sehen wir noch die besseren, etwas spaßigeren Schlägereien zwischen den Teammigliedern selbst, ehe sie sich zusammenraufen. Selbst da ist die Action jedoch eher auf Niveau einer ordentlichen Disney-Plus-Serie. Auch die größeren Special Effects fühlen sich eher routiniert als spektakulär an – insbesondere einiger albtraumartiger Sequenzen, die zwar nett aussehen, aber letztendlich kaum mehr als eine abgespeckte Version von Konzepten bieten, die man bereits aus Filmen wie Inception oder Doctor Strange so viel besser, faszinierender, beeindruckender kennt.
Auch die Figurenentwicklung enttäuscht. Während Filme wie Guardians of the Galaxy oder The Suicide Squad gekonnt Humor, Action und Emotionen vereinten, bleiben die Thunderbolts farblos und der Humor oft nervig redundant. Selbst die Einführung von Bob, einem mysteriösen Supermenschen mit Superman-artigen Kräften, der später als Sentry bekannt wird, wirkt eher plump. Sein innerer Konflikt und seine komplexe Hintergrundgeschichte, die aus den Comics bekannt ist, werden hier zur blassen Kopie von Homelander aus Amazons The Boys, gemischt mit Clearance aus den Fantastische-Tierwesen-Filmen degradiert. Und war Enchantress im schlechteren der beiden Suicide-Squad-Filme nicht auch schon derart zerrissen besessen?
Das Finale des Films ist langgezogen und bemüht sich immerhin, eine tiefere Botschaft zu transportieren – nämlich, dass Gewalt und Wut oft aus psychischen Problemen resultieren und dass Empathie und Verständnis die besseren Waffen sein könnten. Ein Ansatz, der begrüßenswert ist, dessen Umsetzung aber an Oberflächlichkeit krankt, zum Schluss hin überhastet simplifiziert wirkt. Um es besser zu machen, hätte der Film sich vorher schon viel mehr um eine tiefergehende Charakterstudie von Bob bzw. Sentry bemühen müssen.
So bleibt Thunderbolts letztlich ein kurzweilig unterhaltsamer, wenn auch wenig ambitionierter Film, dem mangelndes Commitment den interessanteren Ansätzen gegenüber zum Verhängnis wird, um mehr als nur “ok” zu sein. Doch die teils überschwänglichen Kritiken zeigen vor allem eines: Wie tief Marvels MCU in den letzten Jahren gesunken sein muss, wenn schon durchschnittliches Kino mancherorts wie ein Meisterwerk gefeiert wird...
(Autor: Daniel Pook)
Erstmals bringt Marvel selbst seine fantastischen Vier, die “First Family” der Ursprünge des Comic-Universums - als Langfilm auf die große Leinwand. Stilecht im Retro-Sci-Fi-Setting einer alternativen Erde der 60er-Jahre und mit einem Galactus als Widersacher, der hier tatsächlich auch mal aussieht wie… Galactus eben. Anstatt einer bunten Weltraumwolke, als die er noch 2007 in Rise of the Silver Surfer dargestellt wurde. The Fantastic Four: First Steps stellt zudem fürs ganze MCU ein paar Schritte in die richtige Richtung dar. Ohne jedoch, das sei ausdrücklich betont, Daniel jetzt gleich völlig begeistert zu haben.
Die weltweite Filmkritikerlandschaft scheint von den Marvel-Adaptionen der vergangenen Jahre im Kino so entwöhnt worden zu sein, dass es jetzt offenbar schon ausreicht, einfach nur einen kompetent durchschnittlichen Film abzuliefern, um Jubelarien einzuheimsen. Daniel möchte sich diesem - aus seiner Sicht - übertriebenen Lob für Thunderbolts* keinesfalls anschließen. Der Streifen ist ok, weniger kaputt als seine Vorgänger. Mehr aber nicht.
Es ist angerichtet… zum nächsten Filmmenü voller nachgeholter Rezensionen, zu denen sich aber auch ein aktueller Kino-Release dazugesellt. Die beiden neusten Filme mit Jack Quaid in einer Hauptrolle wollte Daniel hier nämlich direkt hintereinander besprechen. So hört ihr ihn nach seiner Meinung zu Captain America: Brave New World auch über Companion: Die Perfekte Begleitung, Mr. No Pain (aka Novocaine), The Critic und Flight Risk referieren.
Deadpool & Wolverine krempelt das Marvel Cinematic Universe nicht wirklich so bahnbrechend um, wie es viele Fans im Vorfeld erwartet beziehungsweise erhofft haben. Dafür wird das Duo immerhin von sehr vielen unterhaltsamen Gastauftritten flankiert, mit denen wiederum bestimmt niemand gerechnet hätte. In Summe ist das alles irgendwie nur ganz ok und funktioniert als Fan-Event für Marvel-Insider weitaus besser, als dass es ein tatsächlich guter Film wäre.
Nicht The Avengers, dennoch ein Ensemble und die Fusion von Dinsey+-Serie mit Kinoreihe. Captain Marvel und Ms. Marvel treten in The Marvels zusammen auf. Egal wie oft man es sagt oder schreibt, elegant klingt das schon sprachlich nicht, als Film ist es aber auch nur ein unausgegorener, konfuser, überflüssiger Lückenfüller - arm an Charme, Spektakel und Emotionen - dessen Highlight selbst für hartgesottene Fans nur in der angehängten Mid-Credit-Szene zu finden sein dürfte. Und in einem überlangen Katzen-Meme.
Mit Volume 3 seiner Guardians of the Galaxy schafft James Gunn (erneut) schon lange kaum mehr für möglich gehaltenes: Einen Marvel-Comic-Blockbuster mit erkennbarer filmischer Handschrift des Regisseurs auf die Leinwand zu bringen. Und als wäre das nicht schon ein Wunder, sind sogar die CGI-Effekte endlich auch mal wieder richtig gut. Kein ewiges Meisterwerk, aber als bunter Sci-Fi-Spaß mehr als nur willkommen.
Ant-Man and the Wasp: Quantumania ist nicht der erste Marvel-Film, dem Daniel ästhetisch wie inhaltlich eine gewisse Nähe zu den Spy-Kids-Movies unterstellt. Auch Patricks Begeisterung für den Film ist nach Sichtung sogar noch mehr geschrumpft als sie es vorab ohnehin schon war.
Aufruhr im Königreich von Die Letzte Filmkritik! Eine neue Comicheldenverfilmung startet im Kino, Daniel findet sie sogar recht gelungen, doch für Patrick ist sie bloß “Marvel-Müll”. Unsere Reviewer liefern sich im uneinigen Podcast über Black Panther: Wakanda Forever einen entsprechend gepfefferten Schlagabtausch.
Thor: Love and Thunder ist weder eine schlüssige Avengers-Fortsetzung noch ein gutes Sequel zu Thor: Ragnarok. Aber ganz eigenständig betrachtet? Patrick und Daniel verspüren selbst dann eher Donnergewitter als Liebe für den soundsovielten MCU-Film.
Oscar Isaac spielt nicht Robert und Daniel, aber Robert und Daniel sprechen in diesem Serienkritik-Podcast über alle Folgen von Marvels Moon Knight… der von Oscar Isaac gespielt wird.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, das mit der aktuellen Doku über Alexei Nawalny aus dem diesjährigen Sundance-Programm gleich Bezug zur aktuellen Weltpolitik herstellt. Mit Daniels Rezension zu Dog greifen wir bei den deutschen Kinostarts um ein paar Wochen vorweg und gruseln uns schlussendlich einstimmig mit Patrick über die just angelaufene Marvel-Fortsetzung Doctor Strange in the Multiverse of Madness.
Nein, Hawkeye ist NICHT die schlechteste MCU-Serie bei Disney+, das weiß Robert gleich klarzustellen. Clints Pfeil fliegt zwar lange eine ungünstige Kurve, vor allem Sidekick Kate, manch ein Gastauftritt und die letzten Folgen lassen ihn die Zielscheibe immerhin aber nicht komplett verfehlen.
Spider-Man: No Way Home fügt Comic-Filmreihen über den Spinnenmann aus mehreren Jahrzehnten zusammen und bringt dafür sogar Originalschauspieler von früher zurück. Was vielversprechend beginnt, versandet zum Ende hin jedoch in einer Art uninspiriertem Comic-Con-Panel, das nur mit seinen Bösewichten etwas mehr anzufangen weiß, als sie einfach nur gezwungen lächelnd im Kostüm vors Publikum zu stellen.
Eternals könnte der erste Marvel-Film sein, bei dem sich wohl selbst hartgesottene Fans des MCUs fragen werden, ob es wirklich so eine reizvolle Idee ist, die Dauerserie nach Endgame mit neuen Figuren weiter fortzusetzen. Das geht schon lange nicht mehr gut und schon gar nicht ewig, sagen Patrick & Daniel, die wohlgemerkt auch vorher nicht für ihre große MCU-Begeisterung bekannt waren.
Ein chinesischer Comic-Held mit viel Martial-Arts-Talent und irgendwelchen magischen Ringen schließt sich der Riege künftiger Avengers an. Auf dem Weg dahin soll uns seine Origin-Story im Film Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings für künftige Abenteuer mit ihm begeistern. Das gelingt Marvel sogar… anfangs.
Mitgift oder Mistschiss bei Disney+? The God of Mischief beehrt uns jedenfalls seit einigen Wochen mit seiner eigenen Serie und da derer auch bereits alle Folgen veröffentlicht wurden, rezensieren Robert und Daniel nun Loki (Staffel 1) hier im Podcast mitsamt aller Spoiler und interessanter Meta-Gedanken.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, dessen erster Gang mit Boykott anstatt Kompott aufgetischt wird. Einige heldenhafte deutsche Kinos verweigern sich Black Widow nämlich - aus gutem Grund. Da der kommende Neustart Cash Truck aber auch nicht überzeugt, legen wir euch neben In the Heights noch den Sundance-Rekordfilm Palm Springs für Zuhause ans Herz.
Robert Buch & Daniel Pook vs. The Falcon & the Winter Soldier war für die Titelzeile dieser Serienkritik viel zu sperrig, hätte inhaltlich dennoch top gepasst. Nicht so wirklich begeistert rezensieren wir alle Folgen der MCU-Miniserie von Disney+ inklusive Story-Spoilern.
Robert Buch & Daniel Pook haben sich Woche für Woche vor den Fernseher gesetzt, um Epochen von US-Sitcoms in einer einzigen Serie bei Disney+ zu begutachten. Angesiedelt im Marvel-Universum, das seinerseits eigentlich schon längst im Kino zur modernen Soap mit Comicfiguren geworden ist, versucht WandaVision der bisherigen Formel zumindest konzeptweise wieder mehr Magie einzuhauchen.
Es ist angerichtet… zum Filmmenü mit wiederaufgewärmter Spinne, Spionin in Rente, dämonischer Puppe und Raumfahrt hautnah.
Peter Parkers Klassenfahrt nach Europa gehört anfangs lange zu den schwächsten Storylines des MCUs, da sind Patrick und Daniel sich noch einig. Nach dieser ersten Stunde gehen unsere Meinungen über Spider-Man: Far From Home allerdings ungewohnt auseinander - wie wir hier ohne größere Spoiler feststellen.
Hier wird nicht drumherum gesponnen - Patrick aus Hürth & Daniel diskutieren Spider-Man: Far From Home mit allen Unstimmigkeiten, Schwächen, durchaus aber auch ein paar originellen Einfällen und Bezügen zu unserer Gegenwart.
Den einen ihr Nachtkönig, den anderen ihr Thanos. Sowohl Game of Thrones als auch Marvel haben Armeen voll Fanlieblingen in große Schlachten geschickt. Patrick und Daniel fieberten nur bei einem dieser Endgames wirklich begeistert mit.
Aus! Aus! Das Spiel ist aus! - Jedoch gehen wir keinesfalls fröhlich feiernd nach Hause. Das hat weniger mit dem Ende von Avengers: Endgame zu tun und viel mehr mit der Tatsache, dass hier einfach jemand seine überfüllte Kiste Actionfiguren ausgeschüttet hat, um Ready Player One zu spielen. Eine Kritik voller Spoiler!
Es ist angerichtet… zur großen Enttäuschung, die trotzdem unter Garantie einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten wird. Patrick aus Hürth & Daniel teilen ihre frische Meinung zu Avengers: Endgame direkt nach dem Kinobesuch neben Hellboy & Ein Letzter Job, nach bestem Gewissen ohne nennenswerte Spoiler.
Marvel Entertainments Captain Marvel ist da - viel komplexer als dieser kurze Satz wird der Ursprung ihrer schier übermächtigen Superkräfte im Kino auch nicht erzählt. Alexander & Daniel liefern dazu unbeirrt ausführlich einen ihrer bewährten Spoiler-Podcasts!
Schon ins Kino gekrabbelt, um Ant-Man and the Wasp zu sehen? Oder nach unserer Spoiler-freien Filmkritik zu sehr die Lust verloren? So oder so kriegt ihr hier Patricks und Daniels Submolekularbetrachtung des zweiten eigenen Marvel-Films der Helden variabler Größe.
Deutlich vor deutschem Filmstart möchten wir euch mal ganz früh unsere Meinung über den Marvel-Film der Woche kredenzen. Wir servieren geröstete Ameise nebst Räucherwespe - bedenkenlos verträglich für Spoiler-Allergiker. Unser detaillierter Talk über Ant-Man and the Wasp folgt separat, sobald ihr den Film auch selber im Kino sehen könnt.
In unserem reinen Spoiler-Talk über Avengers: Infinity War stellen Patrick und Daniel erneut fest, dass Marvels 18. Fortsetzung als 19. Film des MCU gar nicht mal so viel Handlung zu besprechen bietet. Ausführlich wurde es trotzdem, denn da wo dem Film die Epik fehlt, holen wir erst richtig aus.
19 Filme und noch kein Ende in Sicht. Mit Infinity War gibt Marvel seinem neuen Avengers-Sequel wenigstens mal einen dazu passenden Titel. Patrick und Daniel finden jedoch, dass er nicht unendlich gut geworden ist.
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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook in unserem Studio in Berlin aufgenommen.


