OverExposition - 28 Days | Weeks | Years Later (Kritik & Retrospektive)
Beinahe 2 1/2 Stunden Podcast über 28 Tage, Wochen und Jahre bieten euch Patrick & Daniel in ihrer Retrospektive plus aktuellen Filmkritik über 28 Years Later und dessen beiden Vorgängerfilme.
Originalbild: 28 Years Later / © Sony Pictures (2025)
Wir sprechen in dieser Filmkritik vollumfänglich mit Spoilern über 28 Days, Weeks und Years Later. Ganz zu Beginn des Podcasts geben Patrick & Daniel allerdings erst mal kurz ihr Fazit über den neusten Teil, 28 Years Later, ab und verraten dabei noch keine überraschenden Plot-Details.
The Mandalorian war einst als Zugpferd von Disney+ angetreten, um den damals neuen Streaming-Dienst erfolgreich starten zu lassen, aber auch all die Star-Wars-Fans wieder zu versöhnen, die der Konzern selber mit seinen hauseigenen Filmen aus einer “weit, weit entfernten Galaxis” zuvor enttäuscht und massiv frustriert hatte. Der damalige Lichtblick sollte jedoch mit Staffel 2 seinen Zenit erreichen, schon in Staffel 3 erschütternd schnell verglimmen.
Vater Joseph Jackson wird im biografischen Musikfilm Michael als profitgetriebener Geschäftsmann gezeigt, der seinen Sohn mehr als Zugpferd fürs Familienunternehmen wahrgenommen hat, anstatt zuerst einmal als Menschen. Ganz in diesem Sinne geht auch eine heutige Gruppe von Nachlassverwaltern und noch lebenden Jackson-Familienmitgliedern bei dieser Verfilmung mit dem King of Pop als Kunstfigur um. Im ausführlichen OverExposition-Podcast stellt Daniel (mit Spoilern) aber auch fest, dass Michael Jackson selbst hier wohl so perfekt besetzt wurde, wie das bei kaum einem anderen Biopic überhaupt möglich wäre. Und dass der Kinofilm in Teilen nicht ganz freiwillig genau da aufhört, wo selbst mit Wohlwollen einiges hätte sehr weird werden müssen…
Schon Tron: Legacy wusste als erstes Sequel des Klassikers von 1982 nicht so recht, das namensgebende Programm als Charakter erneut prominent unterzubringen. Und Tron: Ares? Macht sich diese Mühe schon gar nicht mehr, lässt Tron einfach ganz weg. Auch sonst kommt der dritte große Kinofilm der Disney-Reihe einer Verkettung kritischer Systemfehler gleich. Mit wenigstens tollem Soundtrack. - Daniel betrachtet im OverExposition-Special rückblickend ausführlich, trotzdem ohne zu große Spoiler, was hier alles von vorne bis hinten nicht passt.
Bugonia von Yorgos Lanthimos war einer der besten Filme im Jahr 2025. Grund genug, sich der Adaption einer südkoreanischen Vorlage auch jetzt noch ausführlich anzunehmen. Daniel analysiert das US-Remake in diesem Filmkritik-Podcast erst ohne große Spoiler, liefert zum Schluss - nach Vorwarnung - aber außerdem seine Interpretation des Endes und zieht Bezüge zu früheren Werken des griechischen Regisseurs. All das auf Basis seines vormals zum Bugonia-Kinostart erschienenen Artikels bei Golem.
Utopien als Ziel, Purismus als Selbstanspruch, Glorifizierung von Idolen - und ein Kampf nach dem anderen als Schwur fürs Leben. Ob beim Antagonisten oder jenen, die er im Verlauf des Films jagt: Die verschiedenen Fraktionen und Personen in One Battle After Another eint, dass sie auf verschiedenste Art und Weise mit Desillusionen konfrontiert werden oder diese sogar gleich selbst verkörpern. Daniel erklärt das in diesem OverExposition-Podcast (mit wenigen Spoilern) genauer.
Es gibt einen Moment in Good Fortune: Ein Ganz Spezieller Schutzengel, als Daniel im Kino richtig begeistert war und glaubte, dies könne ein großartiger Film werden. Ein Gegenpol zu all den scheinheiligen Hollywoodfilmen, die sich als Kapitalismuskritik verkleiden, uns aber eigentlich als Produkt sehr reicher Leute und Konzerne nur verklickern wollen, dass es besser sei, wenn wir einfache Normalverdiener einfach einfache Normalverdiener blieben. Da Geld nämlich eigentlich gar keine Probleme löse. Dieser Film hier sagt erst überraschend wortwörtlich das Gegenteil… und fällt sich zum Schluss dann selbst in den Rücken. Hört Daniel in diesem Podcast ausführlich und mit Spoilern erklären, wie Regisseur & Autor Aziz Ansari seine anfangs tolle Message ruiniert hat.
Endlich mal wieder eine Stephen-King-Verfilmung, die Daniel sehr gut gefällt! Zwar hat King The Long Walk seinerzeit gar nicht unter seinem gewohnten Namen als Horrorautor veröffentlicht - dass die Story von ihm stammt, ist inzwischen aber hinlänglich bekannt und King selbst hat es eigentlich auch längst nicht verheimlicht. Warum diese Verfilmung ganz großartig ist, erzählt Daniel euch nun in unserem Podcast, samt seiner ausführlichen Interpretation des Films - aber wohlgemerkt ohne großen Vergleich zum Buch, mit dem wir nicht die große Vorgeschichte verbinden wie andere Rezensenten, die im Gegensatz zu uns wohl mit der Originalgeschichte aufgewachsen sind.
Afghanistan unter den Taliban ist ein wunderbares Urlaubsziel. Diesen Eindruck jedenfalls gewinnen wir, wenn wir nur den Videos von Reise-Influencern Glauben schenken, die sich zwecks Imagebereinigung vom Terrorregime haben vor den Karren spannen lassen. Das Gegenstück dazu sehen wir seit dem 14. August im Kino. Für die Dokumentation Hollywoodgate erlangte Regisseur Ibrahim Nash’at Befugnis, die Taliban kurz nach dem Abzug der US-Truppen aus Kabul ein Jahr lang hautnah mit seiner Kamera zu begleiten. Persönlich distanziert, aber mittendrin, nahm er auf, was immer er unter sehr eingeschränkten Bedingungen festhalten konnte, und brachte letztlich viel mehr Entlarvendes auf die Leinwand, als es seinen Bewachern vor Ort bewusst gewesen ist.
Beinahe 2 1/2 Stunden Podcast über 28 Tage, Wochen und Jahre bieten euch Patrick & Daniel in ihrer Retrospektive plus aktuellen Filmkritik über 28 Years Later und dessen beiden Vorgängerfilme.
Ballerina ist ein nicht sonderlich origineller, aber trotzdem ganz gut gemachter Action-Film ohne nennenswerte Story oder spannende Charaktere. Da es für dieses Fazit keinen kompletten Podcast braucht, fasst Daniel bei der Gelegenheit hier auch noch mal Film für Film seine Meinung über die restliche bisherige John-Wick-Reihe zusammen.
Trotz seiner “6” im Titel heißt es vielerorts, Final Destination 6: Bloodlines sei endlich mal wieder ein richtig guter Teil der Reihe. Von einer Überraschung ist die Rede, einem unterhaltsamen, tatsächlich guten Film. Nun, Daniel hat ihn sich jetzt auch endlich mal angesehen und vermutet, manch andere Kritiker haben nie begriffen, was die ersten beiden Final-Destination-Filme überhaupt so reizvoll gemacht hat.
Für Daniel ist A Different Man der bessere Joker, der bessere The Substance und erinnert teilweise auch an Charlie Kaufmans Synecdoche, New York. Die düstere Komödie von Regisseur und Autor Aaron Schimberg verkommt außerdem nicht zu einer reinen Mitleidsnummer, wie etwa Aronofskys The Whale. Dazu trägt besonders Schauspieler Adam Pearson bei, der aufgrund von Neurofibromatose im wahren Leben jene Maske als echtes Gesicht trägt, welche Protagonist Edward im Film erst in Schubladen vergräbt, dann aber so dringend wieder braucht. Eine Letzte Filmkritik mit separatem Spoiler-Teil und Interpretation.
Ist Megalopolis episches Theater als Film oder doch nur Kuddelmuddel ohne schlüssiges Ende? Irgendwo dazwischen schaffen es Patrick und Daniel tatsächlich irgendwann, sich auf grundsätzliches zu einigen. Obwohl sie Francis Ford Coppolas Vision einer Utopie, an deren Verfilmung er 47 Jahre lang überlegt und gearbeitet haben soll, durchaus unterschiedlich empfunden haben. Eine Diskussion über Motive, Erzählweise und Aussagen von Megalopolis. Mitsamt Warnung vor der schlechten deutschen Synchronisation!
Ihr habt euch Kind of Kindness von Yorgos Lanthimos angesehen, wollt das Filmerlebnis nun durch einen fast zweistündigen In-Depth-Podcast mit Interpretation der gesamten Handlung, Gedanken über handwerkliche Aspekte wie Look und Kameramotivation und Analyse der Gesamtidee hinter dem Werk bereichern? Nun, Patrick und Daniel sind selbstverständlich kind enough, mal wieder eine ihrer sehr ausführlichen Filmanalysen als OverExposition bei Die Letzte Filmkritik für euch abzuliefern.
Twisters mag als Effekt-Blockbuster ganz ok geworden sein, aber wirklich leidenschaftlich hätte Daniel darüber in diesem Podcast nicht reden können. Um dem entgegenzuwirken, hat er einfach noch das Original von 1996 hinzu gezogen, blickt also auch ausführlicher auf den Vorgänger Twister zurück, aus einer Zeit als derartige VFX-Stürme noch neuartig und beeindruckend wirkten.
Wenn Cabin in the Woods eine schlechte Lost-Folge gewesen wäre, hätten wir They See You schon 2011 im Kino gesehen. Nun liefert Regisseurin Ishana Night Shyamalan ihren Debütfilm, mit Papa M. Night Shyamalan als Produzent, auf Basis eines Buches von Autor A.M. Shine ab. Als hätte es bei diesem Projekt eine Pflicht gegeben, dass alle Hauptbeteiligten mysteriös klingende Namen tragen müssen. Daniel muss sich über vieles bei diesem wahrlich blöden Film so sehr wundern, dass ihm eine normal lange Filmkritik dafür nicht ausgereicht hat. In diesem OverExposition-Podcast gibt’s darum erst eine lange Generalbesprechung und nach Vorwarnung außerdem noch einen ungehemmt die gesamte Resthandlung und das Ende verratenden Spoiler-Teil.
Kingdom of the Planet of the Apes heißt bei uns Planet der Affen: New Kingdom und reiht sich damit ein, in die aktuelle Serie englischer Titel für den deutschen Markt, die sich sperriger lesen als ihre ebenfalls englischen US-Originale. Wie sich besagter New Kingdom nicht nur in die 2011 gestartete Reboot-Serie an Kinofilmen einreiht, sondern auch wie wir diesen im Gesamtvergleich des Planet-der-Affen-Franchises sehen, erzählen Patrick & Daniel in diesem OverExposition-Podcast.
Mit Patrick zusammen spricht Daniel nun noch einmal - inklusive Spoilern - tiefergehend über Civil War. Dass der Film von Alex Garland zwar spannend inszeniert wurde, aber im Endeffekt nicht wirklich viele sinnvolle Interpretationen und schon gar keine Ableitungen einer zeitnahen Zukunft zulässt, analysieren die beiden Kritiker in diesem OverExposition-Podcast.
Viel stärker noch als Teil eins weicht die Erzählweise von Dune: Part Two strukturell vom typischen Blockbuster-Kino ab. Was andere Science-Fiction-Filme als audiovisuelle Höhepunkte zu typisch herausragenden Effektmomenten hochstilisiert hätten, wird hier außerdem eher Eventfilm-untypisch als Szenen im Fluss und Dienst der Geschichte eingebettet. Wer nach Dune 2 aus dem Kino kommt, wird nicht von “der Wurmszene” oder “dem Finale”, “den Charakteren” in Einzelteilen sprechen, sondern ist erst einmal mit der Wucht des Films als Ganzem, mit all seinen verdichtet ineinander fließenden Eindrücken, konfrontiert. Manche Kritiker hat genau das offensichtlich überfordert - finden Patrick & Daniel im lockeren OverExposition-Spoiler-Talk von Die Letzte Filmkritik.
Wenn Inhaltsangaben, Pressetexte und Rezensenten mal wieder eine “Genrefilm”-Überraschung aus Deutschland versprechen, dreht sich Daniel gleich der Magen um. Viel zu oft in der Vergangenheit war der Begriff letztendlich nur eine Vorab-Entschuldigung für gut gemeinte, im Endeffekt aber eben wirklich NUR gut gemeinte, keinesfalls aber gelungene Kinofilme abseits konventioneller deutscher Alltagsproduktionen. “Ach Du Scheisse” veranlasst uns aktuell, dieses wiederkehrende Phänomen aus unserer persönlichen Sicht im Podcast einmal genauer zu erklären.
Men von Alex Garland lädt mit wunderbar gefilmten Schauspielglanzleistungen dazu ein, seine Protagonistin durch albtraumhafte Nachwehen einer dramatisch geendeten, toxischen Beziehung zu begleiten. Ein atmosphärischer Horrorfilm mit Männern als Monstern, dessen Metaphern und unbequeme Wahrheiten Patrick & Daniel in diesem Podcast mit Spoilern ausführlich analysieren.
Come on, Come on (Originaltitel C’mon C’mon) von Regisseur Mike Mills hat uns bei den frühen Pressevorführungen nachhaltig begeistert und auch bereits zum wiederholten Kinobesuch motiviert. In diesem OverExposition-Podcast sprechen Daniel und der Kaffeemann deswegen noch einmal ganz ausführlich und mit Interpretationsansätzen über den ganzen Film.
The Matrix Resurrections ist nicht einfach nur ein Sequel, das so niemand gebraucht hätte. Regisseurin Lana Wachowski lässt, dieses Mal ohne Schwester Lilly, jeden Sinn für stilvolle Inszenierung, atemberaubende Action, nachvollziehbare Filmhandlung und Freude am vorher aufgebauten Matrix-Universum vermissen. In unserem Podcast voller Spoiler (!) rechnen wir mit diesem Totalausfall ohne jede Zurückhaltung ab.
Titane mag beim Festival de Cannes 2021 die Palm d’Or als bester Film gewonnen haben, dennoch sind der Kaffeemann und Daniel mit Julia Ducournaus neuem Film nicht recht warm geworden. In einem OverExposition-Gespräch erklären sie spoilerfrei und ohne überhaupt auf die jeweilige Rahmenhandlung einzugehen, weswegen ihnen Raw, Debütspielfilm der Regisseurin, in jeder Hinsicht viel besser gefallen hat.
Patrick aus Hürth hat The Green Knight derart gut gefallen, dass er Daniel den A24-Film von David Lowery im Filmmenü-Podcast ganz schön mundwässrig geredet hat. Jetzt bestätigen beide zu zweit nochmals, dass es sich bei der Literaturverfilmung um ein Extraklasse-Fantasy-Märchen für Erwachsene handelt - samt separatem Spoilerteil.
Regisseurin Chloé Zhao hat das viele Lob und ihren Oscar mit Sicherheit verdient… aber eigentlich mehr für ihren vorherigen Film The Rider und eher weniger für den nun mehrfach als bester Film 2021 ausgezeichneten Nomadland. Patrick & Daniel rezensieren und vergleichen die beiden in vielerlei Hinsicht miteinander verbundenen Werke im OverExposition-Podcast.
Es scheinen doch noch Gefühle in unseren harten Filmkritikern Patrick & Daniel zu stecken, denn die Trilogie der emotionalen Vergletscherung hat sie mitnichten kalt gelassen. In mehr als zwei Stunden Retrospektive widmet sich dieser Podcast den Frühwerken Michael Hanekes (Der Siebente Kontinent, Benny’s Video & 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls) und liefert dabei auch eine Heranführung an den Filmemacher als solchen.
Seit 2017 haben viele von euch auf den Snyder-Cut von Justice League gewartet. Da konntet ihr euch jetzt sicherlich auch noch für ein paar Wochen gedulden, um Roberts & Daniels Rezension von Zack Snyder’s Justice League zu hören. Jene gibt’s nun hier für euch mit Spoilern (!) und im Großen und Ganzen als Gesamtbesprechung des DCEU-Snyderverses seit Man of Steel im OverExposition-Special.
Wonder Woman war 2017 ein unerwartet großer Erfolg, ja sogar ein Meilenstein für Superheldinnen im Kino. Wonder Woman 1984 dagegen… hat es wegen Corona bei uns noch nicht mal ins Kino geschafft, enttäuscht jedoch selbst als Heim-Release auf ganzer Linie. Im Podcast ohne Rücksicht auf Spoiler kann zumindest einer unserer beiden Kritiker dem Sequel dennoch mit vielen Abstrichen kurzweilig Unterhaltung abgewinnen.
Seit Monaten blieben Kinosäle wegen Covid-19 zwangsläufig genau so leer wie unser Posteingang für Einladungen zu Pressevorführungen. Doch haben wir die wöchentlichen Filmstarts am Fließband wirklich so vermisst oder kam die Pause mal ganz willkommen? Patrick & Daniel reflektieren darüber im OverExposition-Podcast und ziehen Schlüsse für ihre künftige Herangehensweise als Kritiker.
Links & Videos zum Podcast














Sehr kurze Zusammenfassung des Podcasts als Text:
In diesem Special der Letzten Filmkritik sprechen Patrick & Daniel über die einflussreiche 28-Reihe – eine der stilprägendsten Zombie-Filmserien des modernen Kinos. Mit 28 Days Later schuf das Franchise schon früh eindringliche Endzeitbilder. Nun sorgt 28 Years Later nicht nur für Überraschung, sondern auch für Verwirrung – nicht zuletzt, weil viele Zuschauer (und auch die beiden Podcast-Hosts) vorab noch nicht wussten, dass es sich dabei um den Auftakt einer neuen Trilogie handelt.
28 Days Later markiert den Anfang des Franchises und bleibt in der Rückschau besonders durch seine menschenleere Inszenierung Londons im Gedächtnis. Das Verlorensein der Hauptfigur hat sich durch die reale Covid19-Pandemie in der Rückschau mit einer verstörenden Aktualität aufgeladen. Patrick und Daniel würdigen den Film rückblickend als visuell wie thematisch prägend, ohne dabei nostalgisch zu verklären. Stattdessen erkennen sie in ihm die Wiederbelebung des Zombie Genres, das später deutliche Inspiration für Erfolge wie The Walking Dead oder The Last of Us war. Selbst wenn das Rage-Virus in diesem Falle kein klassischer Zombievirus ist, der seine Wirte als lebende Tote mit verwesenden Körpern und ganz ohne Hirn umher schlurfen lässt. Diese Infizierten sind schnell, eigentlich von immenser Dauerwut befallene Menschen und sterben nicht erst, ehe sie als Zombies wiederauferstehen. Infektion erfolgt über Kontakt mit ihrem Blut - und das spucken sie gerne mal im hohen Bogen umher.
Im Mittelteil der bisherigen Reihe, 28 Weeks Later, sehen die beiden Podcast-Hosts einen Film, der stark beginnt – insbesondere durch seine hektische, beklemmende Anfangssequenz. Doch schnell verlässt der Film diese Klarheit, zeigt einige blöd unglaubwürdige Ereignisse, die zum neuerlichen Ausbruch des Rage-Virus führen und entwickelt sich von da an zum gewohnten Zombiefilm-Setting ohne eigene Originalität oder das Gefühl von Authentizität des Vorgängers. Der Spannungsbogen flacht ab, und obwohl der Film seine Momente hat, bleibt eine gewisse erzählerische Beliebigkeit zurück. Militärische Kontrolle, Bürgerkriegsszenarien und moralische Dilemmata – vieles wird angerissen, wenig vertieft. Dadurch wirkt diese Fortsetzung wie das typische Hollywood-Sequel des finanziellen Erfolgs wegen.
Der dritte Teil, 28 Years Later, steht im Fokus der Rezension – und er polarisiert beim Kinopublikum. Viele Zuschauende sind positiv überrascht von der Fülle an integrierten Themen, der künstlerisch mutigen Inszenierung und mehreren tonalen Wechseln. Hier wurde kein Genrestandard abgespult. Vielmehr zeigt der Film neue Wege innerhalb eines vermeintlich ausgereizten Genres auf. Mal wieder.
Wer mit gängigen Zombiefilm-Klischees rechnet, wird enttäuscht – oder erfreut. Die Gewaltdarstellung ist zwar intensiv, doch nie Selbstzweck. Vieles bleibt vage, im Ungefähren, und gerade diese Ungewissheit wird als Quelle ständiger Spannung hervorgehoben. Die Bedrohung liegt nicht in der reinen Präsenz der Infizierten, sondern in der schwelenden Ahnung dessen, was jederzeit passieren könnte. Auf dem Mainland Großbritanniens, das mittlerweile als Quarantänezone abgetrennt vom Rest der Welt existiert.
Eine der Stärken des Films liegt darin, wie viel über Andeutung funktioniert. Weltaufbau erfolgt hier nicht durch erklärende Monologe, sondern durch Stimmungen, durch das Verhalten der Figuren, durch fragmentarische Informationen, die sich später oft als trügerisch herausstellen. Diese Uneindeutigkeit ist kein Mangel, sondern Methode – und erzeugt jene unterschwellige Beklemmung, die das Genre ursprünglich einmal groß gemacht hat. Außerdem hat 28 Years Later so auch etwas zu sagen, über die Nachteile von totaler Abschottung als Selbstschutz, die Tücken tribalisierender Tendenzen der Menschen in solchen Extremszenarien. Um nur ein paar der vielen inhaltlichen Facetten dieses Films hier zu nennen.
Auch visuell überzeugt das neue Werk von Danny Boyle auf gewohnt ungewöhnliche Art: Umfangreicher Einsatz von iPhones als Kameras, Freeze-Frame-Bullet-Time-Sequenzen bei tödlichen Abschüssen, immer mal wieder kurz ins Bild geschnittene Aufnahmen alter Ritterfilme oder Archivmaterialien, der Einsatz des Gedichts “Boots” von Rudyard Kipling, erzeugen zusammengenommen ein intensives, verstörendes, spannungstreibendes Seh- und Hörerlebnis. Auch und gerade wenn eigentlich gar nichts schlimmes auf der Leinwand passiert. Gerade, weil der Film sich traut, gegen die Erwartungen zu inszenieren, entsteht eine neue Faszination für die Reihe und das Genre an sich. Es ist keine Wiederholung, sondern ein Aufbruch.
Ein Werk, das überrascht, irritiert, zum Nachdenken anregt, nicht immer gleich eingeordnet werden kann und dabei nie den Respekt vor seinem eigenen Genre verliert.
Als Auftakt einer neuen Trilogie funktioniert 28 Years Later erstaunlich gut – auch wenn die Unkenntnis über seine Stellung im größeren Erzählrahmen zunächst zu Verwirrung führt. Was bleibt, ist ein starker Beitrag zum Genre, der nicht auf Nummer sicher geht, sondern neue Wege sucht – und auf höchst erinnerungswürdige Weise findet.
(Autor: Daniel Pook)
Zum ersten Mal verweilt die mit 28 Days Later gestartete Reihe von Danny Boyle und Alex Garland von Film zu Film im selben Zeitfenster und erzählt den Vorgängerfilm nahtlos weiter. Und so setzen auch Patrick und Daniel ihre Rezension derselben über 28 Years Later: The Bone Temple in diesem Podcast fort. Mit milden Spoilern der allgemeinen Handlungsverläufe, ohne dabei jedoch zu sehr ins Detail zu gehen.
Beinahe 2 1/2 Stunden Podcast über 28 Tage, Wochen und Jahre bieten euch Patrick & Daniel in ihrer Retrospektive plus aktuellen Filmkritik über 28 Years Later und dessen beiden Vorgängerfilme.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü-Podcast über eine interessante wie stark inszenierte Dokumentation, die Verfilmung einer Dokumentation über einen Tiefseetauchunfall und… einen herben Satire-Reinfall ohne jeden dokumentarischen Hintergrund. Hört Daniels Kritiken zu WO/MEN, Last Breath und Tanz der Titanen (aka Rumours).
Daniel hat ein beachtliches Volumen seiner realen Lebenszeit in den Fallout-Videospielen verbracht und das auch nie bereut. Patrick hat Fallout ebenfalls gespielt, wenn auch nicht ganz so krankhaft intensiv. Dass beide die erste Staffel der Amazon-Serie zur Spielereihe zwar gut, dennoch in der Gesamtbewertung durchaus etwas unterschiedlich finden, liegt also jeweils nicht an Unvertrautheit mit der Marke und deren Ödland.
Lisa Frankenstein bleibt sehr frustrierend zwischen einer mittelmäßigen Gänsehaut-Fernsehfolge und Edward mit den Scherenhänden hängen. Viel 80er-Style und plumpe Verweise auf Kultfilme aus der damaligen Zeit können den Film nicht davor retten, für kein Publikum aus jedweder Altersklasse irgendwie ein Treffer zu sein.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, das mit Train to Busan eine Bestellung aus dem Jahr 2016 nachträglich zu Tische bringen lässt, nur um diese Woche wenigstens eine Empfehlung aussprechen zu können. Vengeance aka Rache auf Texanisch sei zumindest noch als “in Ordnung” hervorzuheben, bei Till verweigert unser Gaumen trotz wichtiger realer Hintergründe schon zaghaft seinen Dienst und bei Shotgun Wedding finden wir uns als Filmkritiker nur noch peinlich berührt im Restmüll wühlend wieder.
“Zombie fahrende Panzer?” - Diese Erwartung von Robert Buch auf Basis des Filmtitels Army of the Dead kann Zack Snyder mit dem Netflix-Release leider nicht bedienen. Und vieles andere irgendwie auch nicht… oder zumindest nicht genug.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, das sich vom Zweiten Weltkrieg über Leonard Cohen bis zu Untoten im Weißen Haus und Folter bei den US-Geheimdiensten erstreckt. Am besten gefällt uns diese Woche dann aber doch Corinna Harfouch im deutschen Überraschungsfilm Lara.
Seit gestern könnt ihr euch endlich in deutschen Kinos selbst davon überzeugen, dass der von uns bei Sundance im Januar so gelobte Little Zombies ein gelungener Genrespaß mit Lupita Nyong'o als Vorschullehrerin im zombiefizierten Streichelzoo geworden ist.
Es ist angerichtet zu einem Filmmenü, das sowohl unterhaltsames als auch langweiliges vom Sundance Film Festival 2019 und der Berlinale zu bieten hat. Dazu gesellen sich Plastikfiguren und Gerald Butler.
Patrick aus Hürth und Daniel haben über Jim Jarmuschs Zombiefilm The Dead Don’t Die zwar einige unterschiedliche Standpunkte zu diskutieren, kommen was die gemeinsame Empfehlung angeht aber dennoch problemlos auf einen gemeinsamen Nenner.
Lasst uns dieses Remake lieber schnell begraben - und zwar nicht auf einem Friedhof, von dem Filme wieder auferstehen.
Operation Overlord mischt die Handlung von Captain America: The First Avenger mit Planet Terror und Predator im Zweiten Weltkrieg.
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Dieser Podcast wurde von Patrick aus Hürth in Hürth und Daniel Pook in Berlin aufgenommen.


