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Die Rosenschlacht - Colman & Cumberbatch lassen Remake aufblühen

Die Rosenschlacht - Colman & Cumberbatch lassen Remake aufblühen

An Danny DeVitos Rosenkrieg mit Michael Douglas und Kathleen Turner können sich gewiss noch viele von euch erinnern. Umso erfreuter sind wir, dass die Neuverfilmung derselben Buchvorlage nun ein ganz anderer Film geworden ist. Ja, auch 2025 in Die Rosenschlacht geht sich ein Ehepaar wieder herrlich überzogen an die Gurgel. Mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch erleben wir aber vor dem großen Knall noch so einiges mehr vom Eheleben der Roses, das Regisseur Jay Roach uns nun als viel ausführlicher dargelegte, tragische Komödie in modernem Setting unserer Zeit präsentiert.

Originalbild: The Roses / © Searchlight Pictures (2025)


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Unsere Meinung aus dem Podcast als Text zusammengefasst:

Die Rosenschlacht (Originaltitel: The Roses) ist ein Remake von Danny DeVitos Regiedebüt Der Rosenkrieg (1989), basierend auf dem ursprünglichen Roman The War of the Roses von Warren Adler. Der bekannte Stoff wird nun aber in modernem Setting und auch sonst sehr anders neu erzählt.

Statt sich wie das Original fast ausschließlich auf bitterbösen Scheidungskrieg zu konzentrieren, widmet sich die Neuverfilmung über weite Strecken der gesamten Beziehungsgeschichte – vom leidenschaftlichen Kennenlernen über erste Rissen im Familienalltag. Olivia Colman und Benedict Cumberbatch spielen ein Paar, das sich zunächst in gegenseitiger Bewunderung und mit gemeinsamem Humor findet, dann aber immer stärker in eine Spirale aus beruflichen Erfolgen, privaten Rückschlägen und unausgesprochenen Erwartungen gerät.

Der Film zeigt, wie beide Partner abwechselnd Opfer bringen, Träume verfolgen, ihre Rollen tauschen und daran scheitern, gemeinsam wirklich glücklich zu sein: Ivy Rose steigt als Starköchin international auf, während Theo Rose als Architekt nach einem viral gegangenen Desaster abstürzt, sich daraufhin an ihrer Stelle um die gemeinsamen Kinder kümmert. Doch egal wer von beiden gerade beruflich Erfolg hat, eigene Talente auslebt, die engere Bindung zu den Kindern hat oder ob sie als Familie in Luxus schwelgen, das eigentliche Defizit, sich gegenseitig nicht mehr gänzlich zu sehen und auf Augenhöhe miteinander umzugehen, schaffen sie nicht auszugleichen. Nie gibt es Balance, immer eine Art von Schieflage zwischen den Eheleuten. Das Drama liegt im kaum zu bewältigenden Spagat zweier hochbegabter Menschen mit großem Potenzial, ihre eigenen Ambitionen zu verfolgen, ohne das „Wir“ als Familie dafür aufzugeben..

Der neue Film überzeugt vor allem durch pointierte Dialoge und großartige Hauptdarsteller*innen, obwohl manche der mit Comedians besetzten Nebenfiguren zu albern geraten sind. Das Setting im Überfluss, die Familie wird zunehmend sogar noch immer reicher, wirkt außerdem mitunter nicht so sinnvoll. Hätten Bedienstete im Haushalt und ähnliche Hilfsmaßnahmen nicht sehr viele Probleme der Roses schlagartig lösen oder wenigstens dämpfen können?

Die zweite Filmhälfte dehnt den Konflikt auch zu lang, ehe er ins Slapstickhafte ähnlich der alten Verfilmung kippt. Dennoch bleibt Die Rosenschlacht eine gelungene Neuinterpretation – weniger biestig als das Original, aber moderner und mit echter Beobachtungsgabe für die Zumutungen einer Liebe, die an ihren eigenen Ansprüchen zu zerbrechen droht. Als tragische Komödie unterhält das insgesamt doch recht gut - ganz besonders wegen der starken Besetzung.

(Autor: Daniel Pook)



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Dieser Podcast wurde in unserem Studio in Berlin aufgenommen.

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