Don’t F**k With Cats - Hier gibt's ein Ars**loch
Die Netflix-Dokuserie Don’t F**k With Cats setzt in der Nachbereitung eines brutalen wie kuriosen Kriminalfalls, der aus Internet-Tierfreunden Hobbyermittler werden ließ, an manchen Stellen auf zu viel eigenen Schock-Value. Auf der anderen Seite bleibt so wenigstens in diesem Katzenfilm das Ar**hloch nicht verborgen.
Wir warnen im Podcast früh vor Spoilern, da diese Filmkritik eine analytische Diskussion über die Dokuserie darstellt, welche ja nun auch schon einige Monate bei Netflix im Programm ist.
Originalbild: Don’t F**k With Cats / © Netflix (2019)
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, das 2x2+4 auftischt. Denn nachdem Patrick und Daniel die Sequels Mortal Kombat 2 und Der Teufel Trägt Prada 2 durchgesprochen haben, wird über Mercy, Thrash, Balls Up und Für Immer Ein Teil Von Dir: Reminders of Him eher durchweg erbrochen. Na dann: Guten Appetit!
Es war der beklemmendste „Was wäre wenn“-Film des Jahres 2025. Und A House of Dynamite ist deswegen so beängstigend, weil er das Szenario eines plötzlichen Nuklearangriffs auf die Vereinigten Staaten, aus Sicht der dortigen Geheimdienst-, Militär- und Politikzentralen, glaubhaft versucht durchzuspielen - letztlich jedoch keine endgültige - oder gar beruhigende - Antwort auf eben jenes “Was wäre wenn” liefern kann.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet dem in Monster so vernarrten Regisseur Guillermo del Toro mit seinem Frankenstein kein monsterguter Film gelingen würde? Anstatt einer spannenden eigenen Interpretation, sehen wir bei Netflix nur eine teuer produzierte, uninspiriert vereinfachte Neuerzählung, die sich ziemlich unnötig über zweieinhalb Stunden erstreckt und dafür nie genug fasziniert oder fesselt.
Netflix kopiert gerne Konzepte anderer Filme oder greift populäre Themen auf, liefert seine selbstproduzierte „Netflix-Version“ davon für den eigenen Katalog. Selten überzeugend - und das deutsche Werk Delicious ist zudem auch noch einer der schlechtesten Filme, die wir auf der Berlinale 2025 gesehen haben.
Schon Part 1 und 2 von Rebel Moon, in ihren ursprünglichen Veröffentlichungsfassungen, waren große Fehlschläge für Netflix und Regisseur Zack Snyder. Hatte ernsthaft jemand Hoffnung, beide Filme würden auf einmal super, wenn man sie nur erheblich verlängert und umbenennt? Ein Hype wie um den “Snyder Cut” von Justice League lässt sich so künstlich kalkuliert geplant schon gar nicht wiederholen.
Kurz nach den Bad Boys kehrt mit Axel Foley deren inoffizieller, spiritueller Vater ebenfalls mit einem Sequel zurück. Beverly Hills Cop: Axel F ist allerdings nicht im Kino, sondern nur bei Netflix erschienen. Wenn überhaupt, gehört dieser Film auch wirklich am ehesten auf die Streaming-Plattform, finden Patrick und Daniel, jeweils unterschiedlich gewichtet, in Die Letzte Filmkritik.
Bei A Killer Romance (Originaltitel: Hit Man) musste Daniel immer wieder ungläubig in die IMDB schauen, dass dieser eher nach Standard-Streamingdienst-Komödie aussehende Film, der bei uns im Kino läuft und in den USA tatsächlich direkt bei Netflix erschienen ist, wirklich von DEM Richard Linklater inszeniert wurde. Als kurzweiliger Klamauk funktioniert die Geschichte um einen Fake-Auftragsmörder, der seine Klienten für die Polizei ins Gefängnis bringt. Das wahre Potenzial ihrer realen Vorlage, dem wandlungsfähigen Lockvogel Gary Johnson, kann Linklater aber - auch wegen Hauptdarsteller Glen Powell - nicht im Ansatz ausspielen.
Daniel stellt sich nicht zum ersten Mal bei einer so proklamierten Hommage oder stark vom Original inspirierten Neuauflage die Frage, wie viele Regisseure und Autoren von Die-Sieben-Samurai-Adaptionen überhaupt wirklich das Kurosawa-Original gesehen, geschweige denn verstanden haben. Alles was vom japanischen Meisterwerk zum Beispiel bei Zack Snyder hängengeblieben zu sein scheint, ist “Kämpfer helfen Bauern beim Kampf”. Davon zeugt sein Netflix-Film Rebel Moon: Teil 2 - Die Narbenmacherin, der nebenher viele weitere große Mängel aufweist.
´Der Absturz des Flugs Fuerza-Aérea-Uruguaya 571 im Oktober 1972 in den verschneiten Anden ist besonders deswegen bis heute noch Thema, weil die Überlebenden nur deswegen 72 Tage im Eis überleben konnten, da sie sich vom Fleisch der beim Unglück und in Folge dessen verstorbenen Menschen ernährt haben. Netflix zeigt jetzt mit Die Schneegesellschaft nicht die erste Adaption dieser wahren Begebenheiten, die handwerklich bemüht ist, uns als Film aber dennoch nicht ganz packen kann.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, in welchem Daniel ganz kurz vor Ende 2023 noch eine Menge Nachholbedarf hat. Dabei ist die Auswahl mit Aquaman - Lost Kingdom, Rebel Moon: Teil 1 - Kind des Feuers, Godzilla Minus One, LOLA, Saltburn und Maestro gar nicht mal so inaktuell.
Filme über plötzlich eintretende und selbst dann noch sträflich heruntergespielte Endzeitszenarien haben wir in naher Vergangenheit zuhauf gezeigt bekommen. Was Leave the World Behind auf Netflix neben Don’t Look Up, Knock at the Cabin, White Noise und weiteren aber immer noch sehenswert macht, gibt’s hier von Patrick und Daniel im Gespräch mit mittlerem Spoilergrad zu hören.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, das eins vor allem ist und macht: VOLL! In Form unserer zahlreichen gesammelten Rezensionen zu Im Westen Nichts Neues, Mrs. Harris & ein Kleid von Dior, Causeway, Bardo, Piggy & Crimes of the Future sind zudem sowohl totale Geschmacksverirrungen als auch mehrere Sahnestücke in diesem Podcast vereint. Deftig!
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, das mit französischer Überraschungsvorspeise beginnt, die qualitativ wohl auch als Hauptgang durchgehen könnte. Bei dem ist die Tischplatte zwar voll mit nachgeholtem, als Highlight entpuppt sich letztendlich aber überraschend unser Dessert aus der Küche von Netflix zum Abschluss.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, das im Speisewagen eines japanischen Schnellzugs beginnt. Bullet Train läuft bzw. fährt immerhin als Neustart im Kino, während The Gray Man nur bei Netflix, Cha Cha Real Smooth bei Apple TV+ und das Predator-Prequel Prey exklusiv bei Disney+ erschienen sind. Entsprechend ausführlich thematisieren Patrick & Daniel auch nochmals den aktuellen Stand der aktuell marktführenden Streaming-Anbieter.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, dessen letzter Gang backfrisch noch im Kino serviert wird. Saskia und Daniel rezensieren Studio 666 am Abend der Pressevorführung - doch vorher plaudert Daniel erst einmal mit dem gewohnten Patrick über King Richard, Belfast und Frau im Dunkeln (aka The Lost Daughter).
Es ist angerichtet... zum ersten Filmmenü 2022, in welchem Patrick mit The 355 eine Überraschungszutat probiert und sich im Nachhinein wünscht, es besser nicht getan zu haben. Keinesfalls völlig begeistert, aber wenigstens nicht so angewidert ist Daniel vom unterhaltsamen The King’s Man. Aus dem letzten Jahr holen beide gemeinsam außerdem noch Don’t Look Up von Adam McKay nach. Na dann frohes neues Jahr!
“Zombie fahrende Panzer?” - Diese Erwartung von Robert Buch auf Basis des Filmtitels Army of the Dead kann Zack Snyder mit dem Netflix-Release leider nicht bedienen. Und vieles andere irgendwie auch nicht… oder zumindest nicht genug.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, das Amy Adams gar nicht munden wird. Sowohl The Woman in the Window als auch Hillbilly Elegy mit ihr fallen bei Patrick & Daniel durch. Liam Neeson reiht sich da mit Made in Italy gleich ein. Shorta, ein weniger bekannt besetzter Cop-Thriller aus Dänemark, gefällt uns diese Woche am besten.
Es ist angerichtet… zu dreimal Netflix und einmal Amazon Prime. Unser Streaming-Filmmenü informiert euch über den Oscar-Kandidaten News of the World, die bitterböse Rentnerpflege von I Care A Lot, das Kammerspiel Malcolm & Marie und virtuelle Abhängigkeit in Bliss.
His House untermauert den Status des Sundance Film Festivals als Sprungbrett für die besten Horrorfilme der vergangenen Jahre. Überdies gelingt es dem Netflix-Release beispielhaft, zeitaktuelle Thematik und nachdenklich stimmende Aussagen in einen packend inszenierten Grusel-/Unterhaltungsfilm zu integrieren.
Anya Taylor-Joy und unser hauseigener Kaffeemann kassieren als Darsteller mit Das Damengambit (Original: The Queen’s Gambit) aktuell Zug um Zug einen Netflix-Zuschauerrekord nach dem anderen. Patrick & Daniel beweisen in ihrer Serienkritik dennoch Integrität, denn trotz persönlichen Bezugs kann sie der Hype um das episodische Schachdrama nicht vollends packen.
Charlie Kaufman adaptiert für Netflix mit I’m Thinking of Ending Things einen Roman, der tatsächlich gut und gerne auch direkt aus seiner Feder hätte stammen können. Patrick & Daniel finden das Ergebnis zwar unterschiedlich gut, kommen im Spoilerteil am Ende der Filmkritik aber dennoch zu gleichen Interpretationen.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü mit abgestandener chinesischer Vorspeise (Disneys Mulan), jeder Menge After, illegalen Superpillen für die Verdauung (Project Power) und einem mörderischen Verräter als Überraschungsgast (Il Traditore).
Ähnlich wie die titelgebenden 5 Bloods im Netflix-Film, sind auch Patrick aus Hürth und Daniel beim Urteil dieser Kritik Brüder im Geiste, in Kernpunkten aber doch geteilt. Spike Lee wird’s freuen, denn lebhafte Diskussionen regt er mit seinen Werken ja zumeist ganz bewusst und gerne an.
Es ist angerichtet… zu einem saftigen Special über die zwei jüngeren Filme der Safdie-Brüder. Uncut Gems aka Der Schwarze Diamant wird vielerorts als einer der besten Filme des letzten Jahres gefeiert, hat dank Adam Sandler und Netflix enorme Aufmerksamkeit generiert. Solche Wertschätzung hätte Good Time mit Robert Pattinson allerdings viel, viel mehr verdient.
Die Netflix-Dokuserie Don’t F**k With Cats setzt in der Nachbereitung eines brutalen wie kuriosen Kriminalfalls, der aus Internet-Tierfreunden Hobbyermittler werden ließ, an manchen Stellen auf zu viel eigenen Schock-Value. Auf der anderen Seite bleibt so wenigstens in diesem Katzenfilm das Ar**hloch nicht verborgen.
Katzenhorderin Saskia und Wuschelmähne Daniel würden optisch beide gut in Joe Exotics Zoo passen und sich nahtlos unter den hunderten Großwildkatzen dort einfügen. Wohl fühlen würden sie sich dort jedoch selbst als Menschen nicht - trotzdem wird bezüglich der Bewertung von Tiger King als Doku hier nicht nur harmonisch geschnurrt.
Mit viel Budget, international bekannter Romanvorlage und einem Superman in der Hauptrolle, versucht Netflix ganz offensichtlich, sein eigenes Game of Thrones zu etablieren. The Witcher als Serie kann Daniel aber nicht vermitteln, warum die Fantasy-Reihe und ihre Welt bei Lesern und Gamern derart beliebt ist.
Digital verjüngt lässt Altmeister Martin Scorsese einige der größten noch aktiven Hollywoodstars im Rentenalter ein weiteres seiner Gangster-Epen durch mehrere Jahrzehnte spielen.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, das mit einer Kinderserien-Adaption herrlich bizarr überrascht, uns in beklemmenden Unterwasserhorror entführt und bei Netflix zwischen zwei Farne schauen lässt.
Links & Videos zum Podcast
(VORSICHT: SPOILER)
Die Letzte Serienkritik - Tiger King
Filmmenü u.a. mit Kritik zu Cats
Express berichtete auch über den Fall… und seinen “Porno-Kannibalen”












In The Moths and the Flame begleitet Regisseur Kevin Contento in Pahokee, Florida, eine Gruppe junger Männer, die gerade Väter geworden sind oder kurz davorstehen. Zwischen Alltagsgesprächen, kleinen Neckereien und viel Herumhängen entsteht ein persönlicher, naher Blick auf das Leben zwischen Verantwortung, Perspektivlosigkeit und Kleinstadt-Trägheit. Ein experimenteller Hybrid aus Fiktion und dokumentarischem Filmemachen. Doch das Ergebnis wirkt über weite Strecken so, als hätte in vielen der ellenlangen Szenen jeweils ein guter Kurzfilm einfach vergessen, in den richtigen Momenten aufzuhören.
Afghanistan unter den Taliban ist ein wunderbares Urlaubsziel. Diesen Eindruck jedenfalls gewinnen wir, wenn wir nur den Videos von Reise-Influencern Glauben schenken, die sich zwecks Imagebereinigung vom Terrorregime haben vor den Karren spannen lassen. Das Gegenstück dazu sehen wir seit dem 14. August im Kino. Für die Dokumentation Hollywoodgate erlangte Regisseur Ibrahim Nash’at Befugnis, die Taliban kurz nach dem Abzug der US-Truppen aus Kabul ein Jahr lang hautnah mit seiner Kamera zu begleiten. Persönlich distanziert, aber mittendrin, nahm er auf, was immer er unter sehr eingeschränkten Bedingungen festhalten konnte, und brachte letztlich viel mehr Entlarvendes auf die Leinwand, als es seinen Bewachern vor Ort bewusst gewesen ist.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü-Podcast über eine interessante wie stark inszenierte Dokumentation, die Verfilmung einer Dokumentation über einen Tiefseetauchunfall und… einen herben Satire-Reinfall ohne jeden dokumentarischen Hintergrund. Hört Daniels Kritiken zu WO/MEN, Last Breath und Tanz der Titanen (aka Rumours).
15 Filme der Berlinale 2025 rezensieren wir hier in einem heiteren Rutsch mit dem Kaffeemann und Daniel! Aufgelistet bedeutet das Kritiken zu: Kaj ti je deklica, Dreams (jedoch nicht der Gewinnerfilm mit identischem englischen Titel…), Hot Milk, Mickey 17, Reflet dans un diamant mort, Welcome Home Baby, La Tour de Glace, If I Had Legs I’d Kick You, After This Death, Der Kuss des Grashüpfers, Pa-gwa, Magic Farm, Fremde Stadt, Bajo las banderas, el sol & Delicious. Auch Heldin haben wir übrigens beim Festival gesichtet, über den sprechen wir jedoch erst sehr bald, zum regulären deutschen Kinostart.
Brobert & Daniel schöpfen an den letzten gemeinsamen Tagen beim Göteborg Film Festival 2025 noch einmal aus den Vollen - mit fünf Filmen und dem Besuch einer Ehrenpreisverleihung für Julie Delpy. Deren Film Meet the Barbarians haben wir in ihrer Anwesenheit geguckt. Davor und danach sahen wir Julie Keeps Quiet, Under the Volcano, The Wailing sowie die fiktive Dokumentation About a Hero, bei der eine künstliche Intelligenz versucht hat, einen Werner-Herzog-Film nachzuahmen.
Nein, dies ist kein antisemitischer Film. Die auf der Berlinale prämierte Dokumentation No Other Land und deren sowohl israelische als auch palästinensische Regisseure sehen sich bis heute Anfeindungen ausgesetzt, von Leuten, die wahrscheinlich deren Film nicht einmal gesehen haben. Dieser zeigt hautnah die Perspektive von Dorfbewohnern im Westjordanland, die mit Gewalt und Entzug der Lebensgrundlagen aus ihrer Heimat vertrieben werden sollen.
Im Dokumentarfilm und Berlinale-Gewinner Dahomey begleitet Regisseurin Mati Diop nicht nur die Rückführung einiger geraubter Kunstobjekte von Frankreich nach Benin in Afrika, sondern zeigt auch, wie viel Potenzial für wichtigen Diskurs in dieser Rückkehr steckt. Und weshalb es mit einer kleinen Geste der Einsicht ehemaliger Kolonialmächte längst nicht getan ist, wenn Museen weiterhin ihrer Heimat entrissene Kunst ausstellen, ohne deren rechtmäßigen Erben Autorität und Selbstbestimmung über die eigenen Kulturgüter zu gewähren, die für sie Identität bedeuten.
Zwischen neuen und alten Ruinen, Megalith im Libanon und Steinkreis im Garten, Gerölllawine am Berg und modernem Rohbau aus Maschinen, eröffnet Architecton uns ein emotionales Verständnis und weit umfassendes Bewusstsein für leblosen Beton im Kontrast zu natürlichem Stein. Mit seinen spektakulären, eindrucksvoll gefilmten Bildern von Natur und Bauwerken ist die kunstvolle Dokumentation ein Kino-Highlight des Jahres, das die große Leinwand auch wirklich verdient hat. Nur wenige nachdenklich stimmende Worte von Architekt und Designer Michele De Lucchi fügen Victor Kossakovskys Meisterwerk gerade genug verbalen Kontext hinzu, um unseren Gefühlen und Gedanken beim Betrachten vieler abstrakter Momente einen inhaltlichen Anker zu bieten.
Mit Tunnelblick und bemerkenswert viel Material aus alten, also schon lange vorhandenen, Interviews hat Regisseur Anton Corbijn eine überraschend unkreativ montierte Chronologie der legendären Plattencover-Kunstschmiede Hypgnosis zusammengestellt. Die realen Personen und ihre Geschichte in Squaring the Circle bleiben interessant genug, die näher beleuchteten Cover-Artworks und deren Entstehung haben wir gerne gesehen - die Eigenleistung der Doku als solche bleibt darüber hinaus jedoch überschaubar.
Von frühen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zum Studium von Tierbewegungen bis zur Onlyfans-Ikone Belle Delphine. Von magisch anmutender Camera Obscura hin zum Smartphone in jeder Hosentasche. And the King Said, What a Fantastic Machine lässt eine temporeiche Zeitreise der Geschichte bewegter Bilder an uns vorbei rauschen und führt damit ganz besonders deutlich vor Augen, wie rasant wir uns als Menschheit von einer text- zur bildbasierten Gesellschaft entwickelt haben. Zu schnell, um damit überhaupt richtig umgehen zu können? Das ist die große, offen gestellte Frage dieser Dokumentation.
Seit wir Olfas Töchter (Four Daughters) Ende letzten Jahres vorab sichten konnten, hat es der Hybrid-Dokumentarfilm von Regisseurin Kaouther Ben Hania in gleich zwei Kategorien auf die Shortlist für die Oscars 2024 geschafft. Sehr gewundert hat uns das keinesfalls, denn der Film hat nicht nur eine facettenreiche wahre Geschichte zu erzählen, er macht dies auch noch mit faszinierend kreativer, sich selbst über mehrere Ebenen reflektierender Herangehensweise.
All the Beauty and the Bloodshed ist auf eine Weise eine biografische Dokumentation über die international anerkannte Künstlerin Nan Goldin, ihre Fotografien und ihr Leben. Es ist ein Film über das skrupellose Handeln des Pharmazie-Unternehmens der Familiendynastie Sackler und wie die größten Museen der Welt für Millionenspenden lange gerne ihre Augen vor deren Rolle in Amerikas bis heute viele Leben kostenden Opioid-Epidemie verschlossen gehalten haben. In allererster Linie ist dies aber ein Film über die Rolle von Kunst im Aktivismus und eine Erfolgsgeschichte aktivistischer Kunst.
Seit Jahren schon berichtet Andrew Callaghan in seinen YouTube-Kanälen im Gonzo-Stil von Demonstrationen, Aufständen, Verschwörungs-Events, aber auch Rapfestivals, Freak-Conventions und überhaupt extremen Charakteren am Rande der US-Gesellschaft. Mit Kameras und seinem Mikro immer mittendrin, dokumentierte er so auch fast nebenbei die Entstehung der Unruhen, die zur Erstürmung des US-Kapitols am 06. Januar 2021 führten. Nun zu sehen in der HBO-Dokumentation This Place Rules.
Es ist angerichtet... zu einem Solo-Filmmenü von Daniel, also quasi einem Dinner for One. Am erwärmenden Independentfilm Fragil ist er nicht zerbrochen, der grausam schlechte Thriller Shattered zersplittert dagegen komplett an sich selbst. Merkel kann sich sowohl förmlich als auch inhaltlich für nichts so recht entscheiden und The Menu fehlt trotz guter Rezeptur die letzte Würze. Zeiten des Umbruchs heißt eigentlich Armageddon Time - zeigt nichts neues, das aber gut. Strange World ist nicht halb so fantasievoll und spannend wie er eigentlich sein müsste, aber das dürfte Disney inzwischen schon selbst an den Kinokassen abgelesen haben. Call Jane wurde ungeplant von zeitaktuellen Ereignisse eingeholt - aber im positiven Sinne.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, in welchem uns Moonage Daydream näher an David Bowie heranführt, als das noch ihm selbst zu seinen Lebzeiten gelungen ist. Das Ticket ins Paradies lösen wir, nicht ganz so begeistert, bloß für Julia Roberts & George Clooney. Noch enger grenzen wir bei Chase mit Gerard Butler ein: Eine einzelne Szene war gut, der Rest gehört eigentlich niemals ins Kino. Als Nachtisch gibt’s Daniels Kommentar über den Audiokommentar von seinem aktuellen Lieblingsfilm des Jahres: Come on, Come on (auf Blu-ray).
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, das mit der aktuellen Doku über Alexei Nawalny aus dem diesjährigen Sundance-Programm gleich Bezug zur aktuellen Weltpolitik herstellt. Mit Daniels Rezension zu Dog greifen wir bei den deutschen Kinostarts um ein paar Wochen vorweg und gruseln uns schlussendlich einstimmig mit Patrick über die just angelaufene Marvel-Fortsetzung Doctor Strange in the Multiverse of Madness.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü beruhend auf “wahren” Begebenheiten. Wobei sich sowohl die Oliver-Stone-Doku JFK: Revisited als auch das Musik-Biopic Respect für Daniels Geschmack zu einseitig selektiv mit ihren historischen Grundlagen auseinandersetzen.
Es ist angerichtet… zu einer lückenhaften Karriereübersicht, einer viel zu ausführlichen Karriereübersicht und Amazons eigener Version der After-Filme. Im Filmmenü sprechen Patrick & Daniel diese Woche nämlich über Schumacher, The Sparks Brothers und The Voyeurs.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü mit überraschender Zutat: Würmer in Sand! Oder hättet ihr uns zugetraut, dass wir Denis Villeneuves Dune nicht als einzelnen Podcast rezensieren? Keine Sorge, kommt noch, wenn Patrick ihn auch gesehen hat. Daniel gibt hier vorerst alleine sein spoilerfreies Kurzfazit zur Sci-Fi-Romanadaption ab, zersägt den neuen Saw-Film Spiral, ist dann wieder mit Patrick gemeinsam schockiert von Jolt und durch die Kilmer-Doku Val interessiert zum unerwarteten Grübeln angeregt.
Es ist angerichtet… auf einem Boot im Amazonas! Wir legen in diesem Filmmenü mit The Rock und Emily Blunt in Disneys Jungle Cruise ab, lassen uns von Patrick The Green Knight ans Herz legen, spoilern euch bezüglich Old nur, dass Daniel ihn ganz schön blöd findet und empfehlen euch eine Chaos-Computer-Club-Dokumentation über Mitgründer Wau Holland.
2018 wurde der Journalist Jamal Khashoggi in Istanbul auf Geheiß des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman bestialisch ermordet - die ganze Welt wurde dank Audioaufnahmen Zeuge. Regisseur Bryan Fogel, der im selben Jahr einen Oscar für seine investigative Dokumentation Icarus gewann, möchte nun mit The Dissident dazu beitragen, dass die Welt das Verbrechen, dessen Hintergründe und Strippenzieher so schnell nicht wieder vergisst.
Eine mehrjährige Fahrt von Halle nach New York City, auf dem Landweg mit Ural-Motorrädern, hat um die 500 Stunden Rohmaterial für einen Reisefilm beschert, der den authentischen Gegenentwurf zu heutigen YouTube-VLOGs darstellt. 972 Breakdowns leidet jedoch unter überflüssigem Off-Kommentar und hätte im Schnitt genau so viel Mut zu riskanten Abkürzungen vertragen können, wie ihn seine fünf Abenteurer an den Tag gelegt haben.
Es ist angerichtet… zum politischen Mordkomplott aus Assassins, dem Charakterdrama The Racer während der Tour de France und dem Wellenrauschen des Coming-of-Age-Films Sunburned.
Die Fortsetzung des Kultfilms Borat hätte Amazon Prime uns lieber ersparen sollen. Hier werden weder erzkonservative Republikaner, noch rassistische Hinterwäldler oder gar Rudy Giuliani entlarvt oder vorgeführt. Das Filmteam um Sacha Baron Cohen blamiert, wenn überhaupt, dann nur sich selbst.
Mit dem tschechischen Dokumentarfilm Gefangen im Netz (V Síti), der hierzulande auf Deutsch synchronisiert im Kino erscheint, werden selbst internetaffine Eltern wachgerüttelt, wie einfach es für pädophile Triebtäter ist, sich in fremde Kinderzimmer zu klicken - und wie unverfroren die zumeist älteren Männer Minderjährige zu sexuellen Handlungen drängen.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, dessen wichtigste Empfehlung wir bereits während Sundance 2020 ausführlicher rezensiert haben. The Social Dilemma bei Netflix ist eure Zeit und Aufmerksamkeit definitiv sehr viel mehr wert als The New Mutants, The Photograph und Seberg als Kinoneustarts alle drei zusammen.
Die Netflix-Dokuserie Don’t F**k With Cats setzt in der Nachbereitung eines brutalen wie kuriosen Kriminalfalls, der aus Internet-Tierfreunden Hobbyermittler werden ließ, an manchen Stellen auf zu viel eigenen Schock-Value. Auf der anderen Seite bleibt so wenigstens in diesem Katzenfilm das Ar**hloch nicht verborgen.
Katzenhorderin Saskia und Wuschelmähne Daniel würden optisch beide gut in Joe Exotics Zoo passen und sich nahtlos unter den hunderten Großwildkatzen dort einfügen. Wohl fühlen würden sie sich dort jedoch selbst als Menschen nicht - trotzdem wird bezüglich der Bewertung von Tiger King als Doku hier nicht nur harmonisch geschnurrt.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü, das sich vom Zweiten Weltkrieg über Leonard Cohen bis zu Untoten im Weißen Haus und Folter bei den US-Geheimdiensten erstreckt. Am besten gefällt uns diese Woche dann aber doch Corinna Harfouch im deutschen Überraschungsfilm Lara.
Es ist angerichtet… zum Filmmenü mit wiederaufgewärmter Spinne, Spionin in Rente, dämonischer Puppe und Raumfahrt hautnah.
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Dieser Podcast wurde von Patrick aus Hürth in Hürth & Daniel in Berlin aufgenommen.


