A House of Dynamite - Wenn Protokolle nicht mehr reichen
Es war der beklemmendste „Was wäre wenn“-Film des Jahres 2025. Und A House of Dynamite ist deswegen so beängstigend, weil er das Szenario eines plötzlichen Nuklearangriffs auf die Vereinigten Staaten, aus Sicht der dortigen Geheimdienst-, Militär- und Politikzentralen, glaubhaft versucht durchzuspielen - letztlich jedoch keine endgültige - oder gar beruhigende - Antwort auf eben jenes “Was wäre wenn” liefern kann.
Daniel spoilert in diesem Podcast ohne Vorwarnung nichts wesentliches oder überraschendes, was nicht schon aus Trailern vorab ersichtlich geworden ist.
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Daniels Filmkritik zu A House of Dynamite als Text in Kurzform:
A House of Dynamite ist ein von Netflix produzierter Thriller von Kathryn Bigelow über die Entdeckung einer aus dem Pazifik anfliegenden Interkontinentalrakete und die darauf folgenden Entscheidungs- und Protokollketten bis in die Spitze der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Inszenierung wechselt zwischen Lagezentren, Militär, Geheimdiensten und US-Präsident, zeigt nüchtern die Fragilität von Raketenabwehr und die menschliche Fehlbarkeit unter Zeitdruck - inklusive Dilemmata um vorschnelle Gegenschläge und persönlicher Betroffenheit im potenziellen Einschlagsgebiet. Als gedankliche Durchspielung eines nicht unrealistischen Szenarios überzeugt der Film: spannend, beunruhigend, realitätsnah gedacht.
Ein kleiner Makel liegt in der Struktur: wiederholte Perspektivwechsel mit Rücksprüngen zeigen identische Situationen mehrfach und nehmen dem Countdown die Unmittelbarkeit; neue Einsichten stehen nicht immer im Verhältnis zum erzählerischen Wiederholen. Das offene, von manchen kritisierte Finale funktioniert als konsequente Pointe über Ungewissheit und Verantwortung hingegen prächtig. Unterm Strich ein starker, wichtiger und untypisch sehenswerter Netflix-Film. Der nur knapp am Ziel vorbei fliegt, ein wahrlich großes Meisterwerk zu sein.
Autor: Daniel Pook
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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook auf Reisen in Hürth aufgenommen.


