Good Boy - Guck mal, wer da Geister sieht
Starre Blicke unserer Haustiere aus Fenstern oder in dunkle Ecken können manchmal gruselig sein. Genau davon lebt Good Boy, der als kompletter Film auf Augenhöhe eines Vierbeiners durchweg dichte Horroratmosphäre bietet. Als Low-Budget-Indie von angenehmen 73 Minuten Gesamtlänge fällt es uns leicht, zu verzeihen, dass dieses unverbrauchte Konzept sehr viel mehr hätte bieten können.
Daniel spoilert in diesem Podcast ohne Vorwarnung nichts wesentliches oder überraschendes, was nicht schon aus Trailern vorab ersichtlich geworden ist.
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Daniels Filmkritik zu Good Boy als Text kurzgefasst:
Horror auf Augenhöhe und manchmal sogar direkt aus der Albtraumperspektive eines Hundes! Menschen bleiben konturlos, die Kamera folgt dem Tier dicht am Boden. Lässt uns sehen, was nur der Hund bemerkt, manchmal im tiefen Dunkeln. Oder wie seine Vorstellung manchmal zu verarbeiten versucht, was er aus seiner Hundesicht heraus nicht gleich verstehen kann. Das erste Drittel baut mit diesem unverbrauchten Ansatz dichte, nervöse Spannung auf. Und weiß lange, diese in herrlich ungewohnter Perspektive aufrechtzuerhalten.
Im letzten Drittel verwässert die gute Idee leider zunehmend. Good Boys Rhythmik aus Angstaufbau und immer wieder kurzem Durchatmen wird zu berechenbarer Routine. Als bedrohliche Schattengestalten manifestierte Dämonen haben zu Beginn noch effektiven Spannungswert, nur haben wir ihre eher metaphorische Bedeutung zu früh begriffen. Die übersinnliche Ebene müht sich um etwas Action zum Abschluss, aber da ist dem Film bereits reichlich die Luft ausgegangen.
Wohlgemerkt, bei nur 72 Minuten Laufzeit ist das nicht ganz so schlimm, weil der Film unsere Geduld nie überstrapaziert. Handwerk, Sound und Blickpunkt nahe am Hundesichtfeld bleiben bemerkenswert. Unser Respekt vor Good Boy wächst außerdem, ungeachtet kleiner Schwächen, wenn wir vom Micro-Budget ($70,000) dieses rundum kinowürdig produzierten Horrorfilms erfahren und in Making-ofs sehen, dass hier tatsächlich das Haustier des Regisseurs in der Hauptrolle zu sehen ist. Als ungewöhnliche Entdeckung, auch vor diesen Hintergründen, ein Triumph originellen Indie-Filmmakings. Spätestens fürs Heimkino absolut empfehlenswert, weil einfach mal was anderes.
Autor: Daniel Pook
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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook auf Reisen in Hürth aufgenommen.




