The Toxic Avenger - Ein Remake wie ein Halloween-Kostüm
Hätten Ti West und die South-Park-Schöpfer nicht lieber dieses Remake von The Toxic Avenger als Teamarbeit machen können? Was die nämlich sowohl stilistisch als auch inhaltlich daraus vermutlich gemacht hätten, wäre wohl wirklich im Geiste des Troma-Kultfilms von 1984 gewesen. Stattdessen gibt's jetzt einen Film mit der Halbwertszeit eines Halloween-Kostüms für ein paar Hollywoodstars.
Originalbild: The Toxic Avenger © Legendary Entertainment (2023)
Wir bemühen uns, in diesem Podcast nichts unnötiges oder überraschendes im Detail zu spoilern.
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Es war nicht Peter Dinklage im Kostüm des Toxic Avengers




Daniels Meinung über The Toxic Avenger (2025) als Text zusammengefasst:
The Toxic Avenger von 2025 nimmt dem 80er-Kultstoff allen Reiz seines Schmutzes. Wo das Troma-Original als derb-satirische Low-Budget-Granate funktionierte, mit handgemachtem Splatter, politisch unkorrekten Pointen und radikaler Einfachheit eines Trash-B-Movies, ist das Remake ein vergleichsweise handzahm gewordenes, typisch aufpoliertes Hollywood-Produkt.
Bekannte Gesichter (Peter Dinklage als Protagonist vor dessen monströser Verwandlung; Kevin Bacon als Gegenspieler; Elijah Wood in einer der weiteren Rollen), ein generischer Superhelden-Ursprung (Chemie-Unfall in einer Fabrik) und digital eingefügte Blutspritzer.
Nur noch wenig ist hier vom ehemaligen Practical-Effects-Charme erkennbar, obwohl die grotesken Gewaltmomente trotzdem noch das Unterhaltsamste am neuen Film sind. Regisseur und Autoren trauen sich 2025 weder, die schamlose Übertreibung noch die klar satirische Haltung des Originals fortzuführen. Statt mit Giftpfeilen gegen Cops und Kleinstadt-Bigotterie, gibt es eine inhaltlich vergleichsweise handzahme Spaß-Variante, die ihre Figur zusätzlich ernst emotionalisieren will und dabei gerade das verliert, was die Vorlage unvergesslich machte. Dass wir Zuschauer deswegen so sehr zum Toxic Avenger halten, weil sein eigener Film ihn buchstäblich grässlich schlecht behandelt.
Selbst dort, wo die Neuauflage funktionieren könnte (Anti-Held räumt rabiat auf), bremst sie sich zu erwartbar, zu klinisch, mit zu wenig Lust an absoluter Geschmacklosigkeit. Als kuriose Splatter-Zwischenmahlzeit okay; als Neuinterpretation der Troma-Ikone enttäuschend fern der Seele des Originals. Wer wirklich verstehen will, warum der 80er-Billigfilm zum Kult wurde, muss und sollte sich lieber nur eben diesen ansehen.
Autor: Daniel Pook
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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook in unserem Studio in Berlin aufgenommen.


