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Der Mann der Immer Kleiner Wurde - Schrumpft auch inhaltlich

Der Mann der Immer Kleiner Wurde - Schrumpft auch inhaltlich

Ohne die aktuelle Gegenwart des Kalten Krieges oder Zeiten des zunehmenden Einsatzes von Chemieprodukten im Haushalt, sucht diese Neuverfilmung von The Incredible Shrinking Man ihren metaphorischen Anker in grundlegenden Sinnfragen übers Leben, Sterben und Selbstwertgefühl eines Mannes. Daniel findet das nicht so konsequent erkennbar, wie noch bei älteren Versionen dieser Geschichte, hat der französischen Produktion Der Mann der Immer Kleiner Wurde aber durchaus unterhaltsame Momente mit gelungener Tricktechnik positiv abgewinnen können.

Originalbild: L'homme qui rétrécit © Pitchipoï Productions (2025)


Daniel verrät in dieser Filmkritik nur so wenig wie nötig von der Filmhandlung, umreißt die Gesamtgeschehnisse aber - ohne allzu viele Details - auch aus dem späteren Verlauf.


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Daniels Filmkritik zu „Der Mann der Immer Kleiner Wurde“ von 2025 als Text zusammengefasst:


Der Mann, der Immer Kleiner Wurde aktualisiert Richard Mathesons Stoff handwerklich ordentlich, aber ohne zündende Gegenwarts-Idee: Übergroß anmutende Sets, eine gelungen bedrohlich gefilmte Tricktechnik-Spinne und manch originellere Szene - etwa über sowie in einem Aquarium oder unter Einsatz einer Mausefalle - sorgen für solides Schauwert-Kino. Andererseits ergeben allzu viele Off-Monologe über die Natur unserer Existenz, das Sterben und den Sinn des Lebens nur den Gehalt generischer Lebensweisheiten.

Statt die Prämisse von The Incredible Shrinking Man gesellschaftlich weiterzudenken, verengt die Inszenierung früh zum Kellerabenteuer; Ärzte, Öffentlichkeit und Medien reagieren unplausibel blass auf das Phänomen oder spielen gar keine Rolle. Zeitsprünge lassen potenziell interessante Entwicklungen ungesehen an uns vorbeiziehen. Die allzu rasche Entfremdung der Familie vom Protagonisten untergräbt zum Beispiel viel emotionale Glaubwürdigkeit.

Jean Dujardin trägt als Hauptdarsteller die langen Solo-Passagen der Neuverfilmung mit leidenschaftlichem Einsatz. Der jetzt viel glattere, sauberere, eher ans Videospiel Grounded erinnernde Look kann jedoch nicht mit der verspielten und dennoch glaubwürdigeren, überzeugend gelebter aussehenden Haptik älterer Referenzen wie The Incredible Shrinking Man, dessen Nachfolger um eine schrumpfende Frau oder Liebling, Ich Habe Die Kinder Geschrumpft mithalten. Wir sehen hier eher einen ganz netten Happen für Zwischendurch, was für kleinere Projektionsflächen im Heimkino, aber keine nachhaltig philosophische oder dramaturgische Neubestimmung der Romanvorlage und ebenso wenig großes Effektspektakel, das rundum als pures Entertainment Spaß macht.

Autor: Daniel Pook



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Dieser Podcast wurde von Daniel Pook in unserem Studio in Berlin aufgenommen.

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