Climax - Tanz in den Rausch
Es muss keine dunkle Seitenstraße und auch kein Horrorfilmwald bei Nacht sein, wo Menschen sich selbst vor Paranoia in den Wahnsinn treiben. In Climax ist es eine exzessiv aus dem Ruder gelaufene Tanzparty, die zum Albtraum wird.
Wir spoilern in dieser Filmkritik grob umschrieben wie es endet, da Climax kein Film mit großer Handlungsebene ist und selber eigentlich schon ganz zu Beginn seinen Ausgang verrät. Für eine gänzlich spoilerfreie Kurzkritik, hört unser Filmmenü der Woche des 06.11.2018.
Originalbild: Climax / © A24 (2018)
Links & Videos zur Filmkritik
VICE im Gespräch mit Gaspar Noé
OverExposition: Suspiria (2018 & 1977)
OverExposition: The House That Jack Built








Vater Joseph Jackson wird im biografischen Musikfilm Michael als profitgetriebener Geschäftsmann gezeigt, der seinen Sohn mehr als Zugpferd fürs Familienunternehmen wahrgenommen hat, anstatt zuerst einmal als Menschen. Ganz in diesem Sinne geht auch eine heutige Gruppe von Nachlassverwaltern und noch lebenden Jackson-Familienmitgliedern bei dieser Verfilmung mit dem King of Pop als Kunstfigur um. Im ausführlichen OverExposition-Podcast stellt Daniel (mit Spoilern) aber auch fest, dass Michael Jackson selbst hier wohl so perfekt besetzt wurde, wie das bei kaum einem anderen Biopic überhaupt möglich wäre. Und dass der Kinofilm in Teilen nicht ganz freiwillig genau da aufhört, wo selbst mit Wohlwollen einiges hätte sehr weird werden müssen…
Das Beste an At the Sea von der Berlinale 2026 ist, dass Daniel anlässlich dessen noch einmal auf das viel bessere Entzugsdrama The Outrun verweisen kann. Der hier betrachtete Film hingegen ist nur mal wieder ein langweiliger Versuch, uns normalen Menschen näherzubringen, wie ach so schwer doch das Leben sehr wohlhabender Erfolgs-Künstlerfamilien ist, die jetzt vor so schweren Entscheidungen stehen, wie ob sie ihre riesige Villa am Strand nun verkaufen sollen oder nicht. Überzeugend sind hier nur Schauspieler*innen wie Amy Adams, Rainn Wilson und Murray Bartlett in den Hauptrollen - was die leeren Bilder und wirkungslosen Konzepte des Films drumherum nur noch bedauerlicher macht.
Das Publikum beim Toronto International Film Festival liebte ihn, zahlreiche Leser der Kurzgeschichtenvorlage von Stephen King können den Filmstart gewiss kaum abwarten,… nur Patrick und Daniel wollen den Hype um The Life of Chuck von Regisseur Mike Flanagan in ihrer Filmkritik überhaupt nicht teilen.
Es ist angerichtet… zu einem Filmmenü-Podcast über Pamela Anderson als The Last Showgirl, den eher zu vernachlässigenden Horrorfilm The Woman in the Yard, Bill Murray als Highlight der ansonsten durchschnittlichen Gangster-Komödie Riff Raff: Verbrechen ist Familiensache und der ganz großen Antikriegsfilm-Empfehlung Warfare des Regisseurs Alex Garland.
Aus einem Selbsthilfebuch wurde ein Kultfilm für viele (tendenziell eher amerikanische) Teenager, auf dem ein Musical basiert, das jetzt wie ein Remake des Originals von 2004 neu verfilmt im Kino startet. Mean Girls: Der Girls Club unterhält in seinen besten Momenten kurzweilig, hätte aber noch viel mehr an die heutige Zeit gut zehn Jahre später angepasst werden müssen.
Die deutsche Verfilmung Girl You Know It’s True erzählt den wahren Skandal um das Pop-Duo Milli Vanilli als Tragödie mit reichlich Empathie für die beiden Menschen hinter den Kunstfiguren “Rob & Fab”. So einseitig betrachtet trägt die Geschichte jedoch keinen ganzen Film und ohne weitreichenderen Blick auf die Musikbranche drumherum fällt es uns außerdem schwer, die tatsächliche Schwere des Schwindels nachträglich (vielleicht auch neu) einzuordnen.
Es ist angerichtet... zu einem Filmmenü, für das sich Daniel strippende Männer und radikale Weltuntergangs-Fanatiker im Kino angesehen hat. Weder Magic Mike’s Last Dance noch Knock at the Cabin sind wirklich gute Filme, wobei der handwerklich merkwürdigere den größeren Unterhaltungswert bietet.
In Ready Player One hat Steven Spielberg bereits auf beeindruckende Weise Szenen eines Filmklassikers detailgetreu zurück auf die Leinwand geholt. Nun macht er das gleich mit einem ganzen Film. Obwohl sein erstes Musical eine eigene Adaption der Bühnenvorlage sein soll, mutet West Side Story eher wie ein moderner erzähltes Remake im Look der Verfilmung aus den 60ern an.
Hamilton war nur eine abgefilmte Bühnenshow, doch der nächste Musical-Film einer Broadway-Produktion von Lin-Manuel Miranda ist jetzt eine vollwertige Adaption geworden. In the Heights schafft es, nicht nur wegen fröhlichem Gesang und Tanz, die Herzen von Patrick & Daniel höher schlagen zu lassen.
Daniel und der Kaffeemann beleuchten ausführlich Ralph Fiennes' bemerkenswerte Rudolf-Nureyev-Biografie The White Crow, insbesondere vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs sowie der Instrumentalisierung von Kultur und Kunst unter dem Regime der damaligen Sowjetunion - und was all das für uns Zuschauer im Heute bedeuten sollte.
Es muss keine dunkle Seitenstraße und auch kein Horrorfilmwald bei Nacht sein, wo Menschen sich selbst vor Paranoia in den Wahnsinn treiben. In Climax ist es eine exzessiv aus dem Ruder gelaufene Tanzparty, die zum Albtraum wird.
Im Remake von Suspiria lassen Hexen mal wieder für Helena Marcos vortanzen, wenn auch ein paar Jährchen später als im Original von 1977. Wir vergleichen die gelungene Neuinterpretation mit Dario Argentos Giallo-Kultfilm.
"Ein Film, der komplett an seinen Abba-Songs vorbei lief, hat krampfhaft versucht, sie trotzdem immer irgendwo sinnlos zu platzieren." - Dennoch ist Daniel froh, dass es Mamma Mia! Here We Go Again gibt. Und Patrick nicht.
Patrick aus Hürth hat zwar gewippt und mitgesungen, für ihn wie für Daniel bleibt The Greatest Showman jedoch das Versprechen aus dem Filmtitel schuldig.
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Dieser Podcast wurde dank Funktechnik von Patrick aus Hürth in Hürth & Daniel in Berlin aufgenommen.


