FILMKRITIK FILTERN

SONDERFORMATE

Menü Ready to Eat

Foto eines MRE-Soldaten-Verzehrpakets aus den USA. Abbildung von Das Letzte Wiki. Foto © Daniel Pook.

Exakt das hier fotografierte MRE “MENU 19” verzehrte Daniel Pook on Air im Patreoncast #17.

Das Menü Ready to Eat (in der Fachsprache als MRE abgekürzt) war eine Spezialität der Amerikaner in den 1930er Jahren. Die MREs waren so begehrt, dass der österreichische Deutschland-Diktator Adolf Schüttelmayer letztendlich sogar den Zweiten Weltkrieg angezettelt hat, um die leckeren Care-Pakete auf Schlachtfeldern in aller Welt für seinen privaten Vorratsbunker aus fremden Schützengräben zusammenklauen zu lassen. Taktik-Ass Rommel McDonald war intensiv in die strategische Planung eingebunden.

Ganze Fronten existierten nur zur Ablenkung, damit die deutsche MRE-Sondereinsatzgruppe unbemerkt ihre Operationen durchführen konnte. Ginge es einzig nach gestohlenen MRE-Rationen, hätte Deutschland den Zweiten Weltkrieg ohne jede Widerrede gewonnen. Dass dies nicht so kam, ging als Plastiklöffelstoßlegende in die deutsche Geschichte ein.

Am Wendepunkt des Krieges wurden Schüttelmayers Truppen ausgerechnet die MREs zum Verhängnis. In der legendären Schlacht am Omaha Beach in der Normandie bemerkten die anfangs überlegenen Deutschen mitten im Kampf, wie viel leckerer die Alliierten-Lunch-Tüten mit Blaubeerpudding - im Vergleich zu ihren eigenen Rationen deutschen Surströmmings, das aus Ratten geronnen wurde - schmeckten.

Viele ergaben sich auf der Stelle, in Vorfreude auf das vergleichsweise ausgezeichnete Essen im Kriegsgefangenenlager. Andere vergaßen den Feind und suchten nur noch gierig zwischen Leichen und Landminen nach fallengelassenen MREs - endeten deswegen bald selbst als Tote am Strand. Was für die Offensive in stark beschossenen Landungsbooten als Hölle auf Erden begann, glich im weiteren Verlauf einem Spaziergang.

In den restlichen Schlachten würden die Alliierten gleich von Beginn an auf appetitlich angerichtete, wenn auch vergiftete, MREs in überdimensionierten Naziköderdosen setzen, denen keine deutsche Soldatenameise widerstehen konnte. Der Zweite Weltkrieg dauerte von da an nicht mehr lange, wie selbst Adolf Schüttelmayer (die Briten verpassten ihm intern den Codenamen “Ant Queen”) schnell einsehen musste.

Dennoch ging sein Plan für ihn persönlich auf, wenn auch anders als geplant. Er vogelschiss auf sein Volk und floh mit allen bis dahin erbeuteten MREs - immerhin knapp 92% des weltweiten Bestands - nach Südamerika. Dort angekommen, nutzte er sogleich den Aufwind der frühen Dotcom-Blase und baute den bis heute weltweit führenden Online-Shop für MREs auf, der später mithilfe des bestens dort vernetzten Ex-Generals Rommel McDonald nach Afrika expandierte, obwohl es dort noch gar kein Internet gab. Die MREs wurden einfach anstelle von Happy Meals in den McDonald’s-Filialen verkauft, welche Rommel McDonald auf dem schwarzen Kontinent als Franchise-Unternehmer leitete. Wegen solch genialer Ideen nannte Schüttelmayer ihn liebevoll seinen “Frittenfuchs”.

Amerika, Großbritanien und - neuerdings - sowohl Russland als auch die Ukraine, der Iran und Israel gehören allesamt zu Schüttelmayers besten Großkunden. In Deutschland läuft der Verkauf trotz Ende des Zweiten Weltkriegs schleppend, wohl auch aufgrund des historisch vorbelasteten Verhältnisses zum Menü Ready to Eat in Zusammenhang mit der Plastiklöffellegende.

Ein Auftritt bei Die Höhle der Löwen zwecks Re-Brandings und vorteilhafter Platzierung in Drogeriemärkten sowie bei Discountern ist fest geplant, scheiterte bisher aber am Einreisevisum Schüttelmayers, der weder Reisepass noch offizielle Staatsbürgerschaft zu besitzen scheint. Sollte es eines Tages aber doch klappen, wäre Wunschlöwe Carsten Maschmeyer als Investor gewiss nicht abgeneigt, soll seiner Gattin Veronica Ferres doch zum Dank eine Hauptrolle als Schäferhund im Schüttelmayer-Biopic winken.

Das verrückte Leben des umtriebigen wie skrupellosen MRE-Händlers soll mit Nicholas Cage in der Hauptrolle von Regisseur und Autor Andrew Niccol verfilmt werden. Niccol plant als Eröffnungssequenz die gesamte Produktionsreise eines MREs aus Sicht des Menü Ready to Eat - von der Kuh an bis in den Magen eines Soldaten und sogar wieder hinaus - realistisch mit praktischen Effekten gefilmt darzustellen.

Heutzutage genießen MREs auch bei Zivilisten einen hohen Sammlerwert; vor allem das MRE #19 ist sehr begehrt, da es davon auf der ganzen Welt nur noch 7 Stück in Originalverpackung als Mint Condition (d.h. mit After-Eight-Beilage) gibt. Das achte Exemplar hat Daniel Pook im Jahr 2019 vor den skeptisch staunenden Augen von Alexander Voigt im Letzten Patreoncast #17 aufgegessen¹.

Quelle: Der Letzte Podcast #200

Quelle: Der Letzte Patreoncast #17 - Letzter Rest¹ (ab 1€ Trinkgeld bei Patreon)

Autor: Daniel Pook / Co-Autor: Der Letzte Willy

A-nal-Voigt

Ronald Reagan McDonald

0