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Kindergartenkunsthandel

Exklusive Arbeiten aus der frühen Schaffensperiode international noch völlig unbekannter Nachwuchskünstler.

Der Kindergartenkunsthandel ist ein bislang weitgehend unerschlossenes Marktsegment der bildenden Kunst, das sich auf den gewerblichen Vertrieb von Bastelarbeiten aus Kindertagesstätten spezialisiert hat. Ziel ist es, künstlerische Erzeugnisse, die bislang überwiegend kostenlos an Eltern verschenkt und sogleich danach entsorgt wurden, gewinnbringend zu vermarkten.

Zum Sortiment gehören mit Zickzackscheren bearbeitete Pappfiguren, mit Zeitungspapier beklebte Luftballons, Kastanienmännchen sowie getrocknete Blätter, die auf Papierseiten geklebt wurden.

Kosteneffizient und nachhaltig: Viele der benötigten Naturalien zum Basteln sammeln die Kinder selbst in Gebüschen auf. Doch Obacht: Braune Knetmasse an Kastanien, Blättern, Stöckchen und Tierkadavern entpuppt sich in den seltensten Fällen als achtlos weggeworfene Schokolade. Um unschöne Szenen zu vermeiden, sollte ein gesundheitlich überdurchschnittlich belastbares Kind aus der Gruppe als etatmäßiger Vorkoster eingeteilt werden.

Kindergartenkunsthandel als Geschäftsmodell wurde 2023 in einer Ausgabe von Der Letzte Podcast entwickelt. Als eines der ersten Handelsobjekte schlug Daniel Pook eine von Finn aus der Apfelgruppe ausgeschnittene Pappfigur zum Preis von 15 Euro vor. Die Figur wurde ausdrücklich unbemalt angeboten, sodass der Käufer die künstlerische Fertigstellung selbst übernehmen konnte.

Anders als auf dem herkömmlichen Kunstmarkt ist das Angebot praktisch unbegrenzt. Allein in deutschen Kindergärten entstehen täglich Hunderttausende neuer Unikate, deren Schöpfer oftmals noch nicht einmal ihren eigenen Namen schreiben können. Die Echtheit der Werke lässt sich deshalb häufig nur anhand von Fingerabdrücken, Klebstoffresten und der Aussage einer Erzieherin oder eines Erziehers bestätigen.

Als problematisch gilt die geringe Zahlungsbereitschaft der Kundschaft. Die meisten potenziellen Käufer sind mit den Künstlern verwandt und haben bereits zahlreiche Werke derselben Schaffensperiode kostenlos erhalten.

Quelle: Der Letzte Podcast #390 (ab 00:48:03) / Autor: Daniel Pook

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