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Geschäftsmann

Ein Geschäftsmann auf Geschäftsreise zum nächsten Geschäftsessen.

Geschäftsmann war vor allem zwischen den späten 1980er- und frühen 2000er-Jahren ein angesehener Beruf, dessen großer Vorteil darin bestand, dass niemand erklären musste, worin er eigentlich bestand. Isst ein Geschäftsmann, handelt es sich dabei um ein Geschäftsessen. Verreist ein Geschäftsmann, ist dies eine Geschäftsreise.

Auf die Frage, was jemand beruflich mache, genügte die Auskunft: „Er ist Geschäftsmann.“ Das benannte weder eine Branche noch eine konkrete Tätigkeit, klang aber plausibel nach einem Mann mit wichtigen Aufgaben, hohem Gehalt und großem gesellschaftlichen Ansehen. Auf die Antwort “Sie ist Geschäftsfrau.” hingegen wäre zu der Zeit nur die Reaktion “Machen Sie sich nicht lächerlich, so eine absurde Berufsbezeichnung gibt es gar nicht.” erfolgt.

Zur standesgemäßen Ausstattung gehörte der Digitale Organizer, mit dem ein Geschäftsmann demonstrieren konnte, dass er über Telefonnummern und Termine verfügte. Selbst wenn sein Organizer hauptsächlich aus einem Taschenrechner und handbeschrifteten Pappkärtchen bestand, war das kein Nachteil: Entscheidend war, dass sich das Gerät aufklappen ließ und dabei aussah, als würde gerade ein Geschäftsvorgang stattfinden.

Während ein Börsenmann wenigstens noch vorgibt, die Finanzmärkte zu verstehen, war der Geschäftsmann beruflich vollkommen flexibel. Er musste lediglich Geschäfte machen. Welche, blieb sein Geschäftsgeheimnis.

Wie Daniel Pook in Der Letzte Podcast richtig feststellte, stand der Berufswunsch Geschäftsmann bei Kindern seinerzeit auf einer Stufe mit Feuerwehrmann. Letzterer hatte allerdings den Nachteil, dass man von ihm gelegentlich erwartete, tatsächlich ein Feuer zu löschen.

Quelle: Der Letzte Podcast #533 (00:23:58 bis 00:24:21) / Autor: Daniel Pook

Palmenmann

Geschäftsreise

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