Mit dieser harmlos wirkenden Abbildung wurde Davidland - noch vor seiner Erbauung - bei (zumeist menschlichen) Investoren von Weyland-Yutani beworben.
Davidland ist ein interplanetarer Freizeitpark für Androiden und andere künstliche Lebensformen. Sein Gründer, Geschäftsführer, Chefdesigner und einziges menschlich aussehendes Maskottchen ist der von Michael Fassbender dargestellte Android David aus der erweiterten Alien-Filmreihe.
Der Park befindet sich auf einem fremden Planeten, auf dem David nach den Ereignissen aus Prometheus ein eigenes Paradies errichtete. So zumindest der exklusive Informationsstand von Alexander Voigt und Daniel Pook, die bereits 2015 ausführliche Einblicke in das damals noch streng geheime Bauprojekt erhielten.¹
Davidland wird auch als das Disneyland für Roboter bezeichnet, unterscheidet sich von diesem allerdings durch seine konsequent auf künstliche Intelligenzen zugeschnittenen Attraktionen. Während menschliche Freizeitparks ihren Besuchern möglichst viel Vergnügen bereiten wollen, verfolgt Davidland das genau entgegengesetzte Konzept: “Menschenfoltervergnügen für Roboter.”¹
Der wesentliche Unterschied zu anderen Vergnügungsparks besteht somit darin, dass die Menschen selbst die Attraktionen darstellen. Androiden bezahlen Eintritt, um echte Menschen bei den unterschiedlichsten körperlichen und psychischen Grenzerfahrungen beobachten zu können. Die Besucher dürfen dabei selbstverständlich auch Hand anlegen. Eine hervorragende Gelegenheit für Roboter, endlich einmal unmittelbar zu erleben, wie sich ihre eigene Bedienung durch menschliche Nutzer*innen für sie angefühlt haben muss.
Zu den beliebtesten Attraktionen zählen die Menschenversuchsbahn, der Weyland-Yutani-Streichelzoo und die interaktive „Wo ist Elizabeth Shaw?“-Schnitzeljagd. Letztere ist eine konsequente Weiterentwicklung der aus Prometheus bekannten Suche nach den Schöpfern der Menschheit. Anders als bei herkömmlichen Schnitzeljagden verschwindet hier allerdings nicht nur der gesuchte Gegenstand, sondern bei jeder neuen Runde auch ein Großteil der bisherigen Hauptfiguren. Außerdem werden Besucher*innen zum Schluss von einem rollenden Metalldonut verfolgt, dürfen dabei jedoch nur in einer schnurgeraden Linie davonlaufen.
Dadurch erweist sich Davidland als idealer Schauplatz für Film-Sequels. Anstatt lästige Fragen des Vorgängers zu beantworten, führt man einfach eine vollständig neue Besuchergruppe ein, lässt diese durch den Park irren und erklärt das Verschwinden der bisherigen Protagonist*innen zur eigentlichen Hauptattraktion.
Alexander Voigt und Daniel Pook hatten diese Vorgehensweise bereits vor der Eröffnung von Davidland als nahezu unvermeidliche Fortsetzungsstrategie des Alien-Franchises erkannt.¹ Dass Regisseur und Co-Autor Ridley Scott sein Publikum nach Prometheus eigentlich zu den mysteriösen Architekten der Menschheit führen wollte, stand dem nicht im Weg. Schließlich können Gäste auch in einem Freizeitpark nicht verlangen, dass sämtliche Attraktionen tatsächlich geöffnet haben.
Davidland steht damit in direkter Konkurrenz zum Phantasialand in Brühl. Während man dort für viel Geld in Achterbahnen steigt, um sein zuvor verspeistes Essen möglichst platzsparend im Körper zu verdichten, steigt man in Davidland als Mensch in eine Achterbahn und kommt im Regelfall als mehrere voneinander getrennte Körperteile wieder heraus oder wird in einem Streichelzoo durchgehend von Maschinenmenschen gemästet.
Für Androiden stellt der Park dennoch ein absolut familienfreundliches Ausflugsziel dar. Die ganze Androidenfamilie kann gemeinsam Menschen quälen, ihre eigenen Schöpfer kennenlernen und anschließend direkt wieder ausrotten. Die dabei erworbenen Kenntnisse über die menschliche Anatomie können sogar zum Bau neuer, noch menschenähnlicherer Androiden beitragen. Und zur Zucht von Xenomorph-Aliens.
Ob der Park jemals vollständig eröffnet wurde, ist bis heute unklar. Von den ursprünglich angekündigten Fahrgeschäften wurde jedenfalls nur ein Bruchteil fertiggestellt, während die meist menschlichen Bauarbeiter schon während ihrer Anreise per Raumschiff unter ungeklärten Umständen verschwanden.
Ridley Scott arbeitet daher weiterhin an einem Reboot der Anlage. Dieses soll endlich sämtliche noch offenen Fragen über den Ursprung der Menschheit beantworten und dafür natürlich zunächst einmal eine vollkommen neue Alien-Crew einführen. Aber auch crewfressende Aliens!
Quelle: Der Letzte Podcast #40¹ / Autor: Daniel Pook

