Foto eines Schokoladenpleitiers, der anonym bleiben möchte.
Der Schokoladenpleitier ist ein ehemaliger Süßwarenbesitzer, der durch übermäßigen Eigenkonsum sein gesamtes Schokoladenvermögen verloren hat. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Chocolatier beschäftigt er sich nicht mit der Herstellung oder Veredelung hochwertiger Schokoladenerzeugnisse, sondern hauptsächlich mit deren vollständiger Vernichtung.
Erstmals dokumentiert wurde dieses Phänomen im Januar 2016, als Daniel Pook in einer Ausgabe von Der Letzte Podcast seine persönliche Schokoladeninsolvenz bekannt gab. Seine zu Weihnachten erhaltenen Pralinen der Sorte „Edle Tropfen“ waren restlos aufgebraucht. Das gleichzeitig erhaltene Weihnachtsgeld war ebenfalls bereits verschwunden.
Damit erfüllte Pook sämtliche Voraussetzungen für die Anerkennung als Schokoladenpleitier: keine Schokolade mehr und kein Geld, um neue zu kaufen.
Der wirtschaftliche Niedergang eines Schokoladenpleitiers verläuft meist schleichend. Zunächst werden einzelne Pralinen aus dem Bestand entnommen, ohne dass eine entsprechende Gegenleistung erfolgt. Anschließend kommt es zu einer vollständigen Auflösung der Lagerbestände. Häufig bleibt die finanzielle Schieflage unbemerkt, da der Betroffene während des gesamten Vorgangs erhebliche Genussgewinne verzeichnet.
Eine Sanierung gestaltet sich schwierig. Zwar können neue Süßwareneinkäufe die Schokoladenbestände kurzfristig wiederherstellen, allerdings werden diese anschließend erneut derselben Person zur Verwaltung anvertraut, die bereits für die ursprüngliche Insolvenz verantwortlich war.
Quelle: Der Letzte Podcast #42 (ab 00:00:42) / Autor: Daniel Pook

